Bitcoins roter Monat: Warum der September den Krypto-Zyklus weiterhin prägt
Bitcoins roter Monat steht fast bevor, und während wir uns einem weiteren September nähern, stellt sich die Frage: Ist es unvermeidlich, dass die Preise sinken? Werfen wir einen Blick auf einige der Gründe, warum der neunte Monat des Jahres historisch gesehen schlecht für Bitcoin ist.
Warum der September historisch gesehen Bitcoins roter Monat ist
Seit 2013 hat sich der September als herausfordernder Monat für Bitcoin erwiesen, mit Verlusten in acht der letzten elf Jahre. Das könnte daran liegen, dass Privatanleger nach Sommer-Rallyes typischerweise Gewinne mitnehmen oder sogar Krypto verkaufen, um ihre Ausgaben im Herbst wie Studiengebühren und Steuerplanung zu decken.
Bitcoins roter Monat könnte auch eine Art selbsterfüllende Prophezeiung sein, da Händler rote Kerzen erwarten und defensiver agieren, was den Markt weiter nach unten zieht. Die Perspektive ist hier wichtig, da die meisten Rückgänge im September eher moderat ausfielen.
Der Monat markiert typischerweise ein lokales Tief, nach dem Bitcoin oft stark in den „Uptober“ zurückprallt, da das vierte Quartal historisch Erholung und sogar massive Rallyes bringt. Im Oktober 2020 zum Beispiel stieg Bitcoin von etwa 10.800 $ zu Monatsbeginn auf über 13.800 $ am Monatsende, was einem Gewinn von mehr als 27 % entspricht.
Rückblick auf den August: Allzeithochs und Whale-Aktivitäten
Der August 2025 war in jeder Hinsicht dramatisch. Bitcoin stieg am 14. August auf ein Allzeithoch von 124.533 $, nur um zwei Wochen später um 11 % auf Tiefststände um 110.000 $ zu fallen.
Nahezu 200 Milliarden $ an Marktkapitalisierung verdampften, wobei ein einzelnes Ereignis den Absturz auslöste: Ein zuvor inaktiver Whale verkaufte etwa 24.000 BTC, drückte den Spotpreis unter 109.000 $ und löste die größte Liquidationswelle des Jahres aus.
Fast 900 Millionen $ an Derivate-Positionen wurden ausgelöscht, davon waren 90 % bullische Longs, mit 150 Millionen $ in BTC und 320 Millionen $ in ETH liquidiert. Ethereum zeigte relative Stärke und blieb trotz eines Rückgangs von 8 % über seinem 100-Tage-Durchschnitt.
Die jüngste Schwäche war nicht nur auf technische Faktoren oder Stimmung zurückzuführen. Die Orderbücher an Spot- und Derivatemärkten blieben dünn, sodass jeder größere Verkauf (wie der Whale-Dump) ausreichte, um die Preisvolatilität zu verstärken.
Unterdessen zeigten On-Chain-Daten Ende August eine verhaltene Aktivität und reduzierte Zuflüsse, was die Kaufunterstützung weiter schwächte.
Makroökonomische Unsicherheiten bleiben ebenfalls ein Gegenwind. Mit dem Fokus auf die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank im September preisen Händler sowohl das Risiko erratischer Bewegungen als auch die Möglichkeit neuer Zuversicht ein, falls makroökonomische Signale – wie eine Zinssenkung – positiv ausfallen.
Vorbereitung auf den September: Szenarien und Signale
Krypto-Händler Cas Abbé skizzierte drei mögliche Szenarien für Bitcoin mit Blick auf den September. In seinem Hauptszenario „Range & Repair“ (40 % Wahrscheinlichkeit) wird erwartet, dass Bitcoin den Großteil des Monats seitwärts zwischen 110.000 $ und 120.000 $ handelt, während überschüssige Hebelwirkung abgebaut und institutionelle Investoren schrittweise akkumulieren. Eine solche Konsolidierung würde eine gesündere Basis für eine mögliche Rallye im vierten Quartal schaffen.
Im „Second Flush“-Fall (35 % Wahrscheinlichkeit), falls Bitcoin unter 110.000 $ fällt, könnte eine weitere Liquidationswelle folgen, die den Preis in den hohen 100.000er-Bereich treibt und verbleibende gehebelte Positionen auslöscht. Historisch gehen solchen Korrekturen oft starke Böden voraus.
Umgekehrt sieht das „Quick Reclaim“-Szenario (25 % Wahrscheinlichkeit) vor, dass Institutionen aggressiv kaufen, sodass BTC schnell den Bereich von 117.000–118.000 $ zurückerobert und eine frühere Rückkehr bullischer Stimmung auslöst.
Während des gesamten Septembers empfiehlt Abbé, dass Händler mehrere On-Chain- und Makrosignale genau beobachten; insbesondere könnte die Aktivität am Optionsmarkt vor dem Verfall am 27. September wertvolle Einblicke in Positionierung und Stimmung bieten.
Ob Bitcoins roter Monat dieses Jahr grün wird, bleibt abzuwarten, aber mit dünner Liquidität, erhöhter Volatilität und institutionellen Käufern in den Startlöchern könnte der September dieses Jahr sowohl Risiken als auch Chancen bieten.
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