Kreative Methode zur „Einlagengewinnung“! Robinhood führt „Cash Express“ ein, Nutzer müssen nicht mehr zum Geldautomaten gehen
Diese Maßnahme ahmt exklusive Dienstleistungen von High-End-Vermögensverwaltungsinstituten nach und zielt darauf ab, Millennials und die Generation Z als Kunden zu gewinnen.
Dieser Schritt ahmt exklusive Dienstleistungen von High-End-Vermögensverwaltungsinstituten nach und zielt darauf ab, Millennials und Kunden der Generation Z anzuziehen.
Verfasst von: Bao Yilong
Quelle: Wallstreetcn
Der für seine Anziehungskraft auf junge Investoren bekannte Broker Robinhood richtet sein Augenmerk auf ein nicht-traditionelles Bankgeschäft: Bargeldlieferung nach Hause.
Laut Medienberichten vom 13. November startet Robinhood in New York, USA, einen Bargeld-Lieferservice in Zusammenarbeit mit der Liefer-App Gopuff. Kunden können Bargeld von ihrem Robinhood-Bankkonto abheben und es sich direkt an die Haustür liefern lassen.
Robinhood setzt darauf, dass seine Millennial- und Gen-Z-Kunden den kostenpflichtigen Bargeld-Lieferservice genauso gerne nutzen werden wie eine Pizza-Bestellung. Dieser Service soll in den kommenden Monaten auf weitere Großstädte wie San Francisco, Philadelphia und Washington D.C. ausgeweitet werden.
Gemäß den Servicebedingungen zahlen Nutzer für jede Lieferung eine Gebühr von 6,99 US-Dollar. Liegt das Gesamtvermögen auf dem Robinhood-Konto über 100.000 US-Dollar, sinkt die Gebühr auf 2,99 US-Dollar.
Dieser neue Service ist Teil einer Reihe von Plänen, die Robinhood-CEO Vlad Tenev im März dieses Jahres angekündigt hat. Ziel ist es nicht nur, Bequemlichkeit zu bieten, sondern auch exklusive Privilegien zu imitieren, wie sie High-End-Vermögensverwaltungsinstitute ihren wohlhabenden Kunden bieten, um die Kernzielgruppe auf innovative Weise zu halten und anzuziehen.
Service-Details und Sicherheitsaspekte
Um den Bargeld-Lieferservice nutzen zu können, müssen Kunden bestimmte Bedingungen erfüllen.
Sie müssen Robinhood Gold-Abonnenten sein (monatliche Gebühr 5 US-Dollar) und monatlich mindestens 1.000 US-Dollar auf ihr Robinhood-Bankkonto einzahlen. In der Anfangsphase ist der Service täglich von 9 Uhr morgens bis 19 Uhr abends verfügbar.
Um potenzielle Sicherheitsbedenken auszuräumen, haben Robinhood und Gopuff mehrere Schutzmaßnahmen entwickelt.
Yakir Gola, Co-CEO von Gopuff, erklärte, dass Kunden bei der Abholung einen Code vorlegen und das Bargeld direkt vom Lieferanten entgegennehmen müssen, anstatt das Paket an der Tür abzustellen.
Darüber hinaus erhalten die Lieferanten eine versiegelte Papiertüte und wissen nicht, ob sich darin US-Dollar, Windeln oder andere auf der Gopuff-Plattform verkaufte Waren befinden.
Gola ergänzte, dass Gopuff bereits Erfahrung mit der Lieferung teurer Waren hat, wie etwa Beats Bluetooth-Kopfhörer und Tequila im Wert von 200 US-Dollar.
Nachahmung von High-End-Banken, um junge Kunden zu gewinnen
In einer Zeit, in der digitale Zahlungen immer weiter verbreitet sind, erscheint die Einführung eines „Bargeld-Express“-Dienstes zunächst kontraintuitiv.
Deepak Rao, Vice President und General Manager von Robinhood Money, erklärte jedoch, dass dieser Service genau auf die potenziellen Bedürfnisse der Nutzer eingeht. Er betonte:
Von Burritos bis zu Medikamenten kann alles nach Hause geliefert werden. Warum nicht auch Bargeld?
Er ist der Meinung, dass dies einen der letzten Gründe beseitigt, warum Nutzer noch zur Bank gehen müssten.
Die tiefere Motivation hinter diesem Schritt ist es, das luxuriöse Erlebnis, das traditionelle Banken und High-End-Vermögensverwaltungsunternehmen ihren vermögenden Kunden bieten, nachzuahmen und auf die junge Zielgruppe zu übertragen.
Zu den weiteren von Robinhood zuvor versprochenen Vorteilen gehören auch rabattierte Helikopterflüge und die Möglichkeit, Tickets für das Charity-Dinner des Metropolitan Museum of Art (Met Gala) in New York zu erwerben. Das Unternehmen hofft, mit diesen originellen Dienstleistungen weiterhin den sich wandelnden Bedürfnissen seiner jungen Kundschaft gerecht zu werden.
Die Bargeldlieferung ist nur das jüngste Beispiel dafür, dass Robinhood unter der Leitung von CEO Vlad Tenev keine Angst davor hat, „Grenzen zu überschreiten“.
In diesem Jahr hat das Unternehmen außerdem den Handel mit Event-Kontrakten auf seiner Plattform ausgeweitet, sodass Nutzer auf den Ausgang von Ereignissen in den Bereichen Unterhaltung, Politik und Sport wetten können. Dieser in Zusammenarbeit mit Kalshi eingeführte Service hat in der Branche einige Kontroversen ausgelöst. Kritiker argumentieren, dass solche Kontrakte die Grenze zwischen Investieren und Glücksspiel verwischen.
Ob es sich nun um die Einführung umstrittener Event-Kontrakte oder um die originelle Bargeldlieferung handelt – beides zeigt deutlich, dass Robinhood auf dem Weg ist, die Grenzen von Finanzdienstleistungen zu erweitern, um seine einzigartige Position und sein Wachstumspotenzial im harten Wettbewerb zu erhalten.
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