Microsoft (MSFT.US) beendet das exklusive Verkaufsrecht für OpenAI-Modelle, Kapitalmarkt reagiert verhalten
Wie von Smart Finance berichtet, haben Microsoft (MSFT.US) und OpenAI vereinbart, das exklusive Verkaufsrecht von Microsoft für OpenAI-Modelle aufzuheben. Diese Anpassung öffnet dem ChatGPT-Entwickler die Tür für Kooperationen mit Cloud-Wettbewerbern wie Amazon (AMZN.US) und markiert eine neue Phase der Umstrukturierung der Beziehungen zwischen beiden Parteien.
Gemäß einer gemeinsamen Erklärung der beiden Unternehmen am Montag wird Microsoft als Ausgleich für die Beendigung der exklusiven Vereinbarung keine Umsatzbeteiligung mehr für OpenAI-Produkte zahlen, die über seine Cloud-Plattform weiterverkauft werden. Diese überarbeitete Vereinbarung soll die langfristig komplexe Partnerschaft vereinfachen und beiden Seiten mehr Flexibilität für die Erschließung neuer Geschäftsgelegenheiten bieten.
Der Markt geht allgemein davon aus, dass dies bedeutet, dass OpenAI-Modelle nun offiziell auf anderen Cloud-Plattformen wie Amazon Web Services verfügbar sein werden und nicht mehr ausschließlich von Microsoft verkauft werden. Zuvor hatte dieses exklusive Recht Microsoft geholfen, das Cloud-Geschäft in der Frühphase der KI-Welle anzukurbeln und den Wettbewerbsvorteil von Microsoft Azure zu stärken.
In ihrer Erklärung gaben beide Parteien an, dass die überarbeitete Vereinbarung die Vorhersehbarkeit der Zusammenarbeit verbessert und beide Seiten dabei unterstützt, weiterhin KI-Plattformen in großem Maßstab aufzubauen und zu betreiben, während gleichzeitig Raum für neue Wachstumschancen bleibt.
Die Anpassung der Vereinbarung wird auch als weiterer Schritt in Richtung der Multi-Cloud-Strategie von OpenAI gewertet. Angesichts des rasanten Wachstums der Anforderungen an Modelltraining und Inferenzen sucht OpenAI seit einigen Jahren die Zusammenarbeit mit mehreren Cloud-Anbietern, um den Bedarf an Rechenleistung zu decken. Im Rahmen der Anfang dieses Jahres angekündigten Investitionsvereinbarung hat Amazon Web Services (AWS) bereits erklärt, dass gemeinsam mit OpenAI Produkte entwickelt werden, die auf AWS gehostet werden.
Bemerkenswert ist, dass Microsoft laut früheren Medienberichten erwogen hatte, rechtliche Schritte einzuleiten, da man befürchtete, dass diese Kooperation die exklusiven Rechte von Microsoft am geistigen Eigentum von OpenAI verletzen könnte. Die neue Vereinbarung bedeutet, dass potenzielle Streitigkeiten beigelegt wurden.
Microsoft behält dennoch eine zentrale strategische Position. Laut Vereinbarung bleibt Microsoft der „wichtige Cloud-Dienstleister“ für OpenAI und neue OpenAI-Produkte werden weiterhin vorrangig auf der Azure-Plattform eingeführt. Darüber hinaus wird eine Obergrenze für die Umsatzbeteiligung festgelegt, die OpenAI an Microsoft für eigenständig verkaufte Produkte zahlt.
Analysten weisen darauf hin, dass diese Anpassung widerspiegelt, dass die Partnerschaft von einer „exklusiven Bindung“ zu einem offeneren Modell übergeht. Da OpenAI von einem Labor zu einem globalen KI-Plattformunternehmen heranwächst, wird das Geschäftsmodell und die Infrastruktur zunehmend unabhängiger von einem einzelnen Partner.
Die Veränderungen in der Beziehung der beiden Unternehmen stehen auch im Zusammenhang mit der Umstrukturierung von OpenAI im vergangenen Jahr. Mit der Umwandlung von OpenAI in ein gewinnorientiertes Unternehmen hat Microsoft einen Anteil von 27 % erworben und damit die Kapitalbindung weiter gefestigt.
Die Marktreaktion war relativ zurückhaltend. Nach Börseneröffnung in New York fiel die Microsoft-Aktie vorübergehend um etwa 1 %, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hatte sich das Minus auf 0,18 % verringert, während Amazon weniger als 1 % verlor.
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