700 Millionen Dollar an offenen Bitcoin-Positionen wurden bei den jüngsten Tiefständen hinzugefügt und deuten auf eine aggressive Positionierung hin
Am 31. Juli wurden rund 700 Millionen US-Dollar an neuem Open Interest zu Bitcoin-Futures-Kontrakten an den großen Börsen hinzugefügt. Interessant ist vor allem das Timing: Dieses Kapital floss nicht während eines Ausbruchs oder einer euphorischen Rallye in den Markt. Es tauchte auf, während sich BTC in der Nähe seines jüngsten Bodens konsolidierte.
Was der Open-Interest-Anstieg tatsächlich bedeutet
Open Interest misst die Gesamtzahl aller ausstehenden Derivate-Kontrakte, die noch nicht abgerechnet wurden. Ein Anstieg signalisiert, dass neues Geld in den Markt fließt – es werden also nicht nur bestehende Positionen umgeschichtet.
Ein Anstieg um 700 Millionen US-Dollar auf den Preis-Tiefs deutet darauf hin, dass Trader gehebelte Long-Positionen wieder aufbauen und im Grunde darauf setzen, dass das aktuelle Preisniveau einen Boden und keinen Zwischenstopp auf dem Weg nach unten darstellt. On-Chain- und Derivate-Analysten, die diese Bewegung hervorgehoben haben, zeigten Chart-Daten, die den Open-Interest-Anstieg auf den großen Börsen konzentriert sehen – ein Hinweis darauf, dass es sich um ein breites Phänomen und nicht um eine Einzelerscheinung auf einer Plattform handelt.
Das Liquidationsrisiko, über das niemand sprechen will
Wenn 700 Millionen US-Dollar in gehebelten Positionen nahe an Unterstützungsniveaus sitzen, werden diese Longs im Falle eines Bruchs dieser Levels zur Liquidationsmasse. Erzwungene Verkäufe aus liquidierten Positionen drücken den Kurs weiter nach unten, was weitere Liquidationen auslöst – und so setzt sich die Abwärtsspirale fort.
Analysten, die diese Bewegung beobachten, betonen genau diese Spannung. Der Aufbau beim Open Interest schafft günstige Bedingungen für einen Bounce, erhöht aber gleichzeitig das Risiko, falls der Markt beschließt, diese Unterstützungsniveaus ernsthaft zu testen.
Was das für Anleger bedeutet
Derivatemärkte geben oft die Entwicklung am Spotmarkt vor. Wenn Futures-Trader kollektiv auf steigende Preise setzen, kann diese Positionierung sich selbst verstärken, weil das nachfolgende Kursgeschehen Spot-Käufer anzieht, die auf neue Dynamik setzen.
Entscheidend sind die Unterstützungszonen, die im jüngsten Tief gehalten haben. Bleibt der Preis darüber und baut sich das Open Interest weiter auf, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Entlastungsrallye merklich. Fällt der Preis jedoch bei dieser hohen Hebelung unter diese Niveaus, bedeutet das: Die 700 Millionen US-Dollar an neuen Positionen könnten als frisches Liquidationspotenzial in den Büchern stehen.
Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
Das könnte Ihnen auch gefallen
Waller: Die Federal Reserve wird ihr Ziel der Preisstabilität erreichen.
Die US-Rohölbestände sind drei Wochen in Folge gesunken, während die Benzin- und Destillatvorräte gestiegen sind. Die Rohölimporte aus Venezuela haben den höchsten Stand seit fast 10 Jahren erreicht.
Laut EIA sind die kommerziellen Rohölbestände in den USA in der Woche bis zum 11. September um 640.000 Barrel gesunken, was unter den Markterwartungen von 1,4 Millionen Barrel liegt. Die strategischen Ölreserven sanken um 403.000 Barrel. Die Benzinbestände stiegen um 794.000 Barrel, während der Markt einen Rückgang von 800.000 Barrel erwartet hatte. Die Destillatvorräte stiegen um 1,6 Millionen Barrel, während der Markt von keiner Veränderung ausging. Die Rohölimporte aus Venezuela erreichten mit fast 800.000 Barrel den höchsten Stand seit 2017.

