Der S&P 500 Index steht vor einem entscheidenden technischen Widerstand! Rund um die 7500-Punkte-Marke tobt ein intensiver Kampf zwischen Bullen und Bären, während Marktbreite-Indikatoren vorsichtige Signale aussenden.
Nach zwei Tagen heftiger Schwankungen kämpfen Bullen und Bären am US-Aktienmarkt erneut um wichtige technische Marken des S&P 500 Index.
Wie von der APP von Zhihui Finance berichtet, entbrannte nach zwei Tagen heftiger Schwankungen erneut ein Kampf zwischen Bullen und Bären um den entscheidenden technischen Bereich des S&P 500 Index (SPY) an den US-Börsen. Gleichzeitig zeigt ein immer stärker beachteter Marktbreite-Indikator für die Volatilität, dass das Risiko einer weiteren Korrektur nicht unterschätzt werden sollte.
Daten zeigen, dass Optionshändler und Market Maker am Freitag aktiv Rücksetzer beim S&P 500 Index nahe 7.500 Punkten zum Kauf nutzten, aber bei Erholungen oberhalb dieses Niveaus schnell wieder auf der Verkaufsseite standen. Die Positionsdaten von SpotGamma und Barchart belegen, dass 7.500 Punkte aktuell eine wichtige Handelszone des Marktes darstellen.
Laut Statistik von Barchart gibt es auf den SPY ETF im Bereich von 750 US-Dollar am meisten offene Call- und Put-Optionen. Dies deutet darauf hin, dass sich an dieser Marke viele Optionspositionen ballen. In der Nähe von 745 US-Dollar gehen sowohl SpotGamma als auch Barchart davon aus, dass das Hedging-Verhalten der Market Maker vom bisher stabilisierenden Muster in einen sogenannten „negativen Gamma“-Status übergeht. Sollte dieses Niveau unterschritten werden, könnten Market Maker gezwungen sein, Trendverkäufe statt „Bargain Buying“ zu tätigen, was die Schwankungen verstärken und das Risiko eines weiteren Indexrückgangs erhöhen würde.
Brent Kochuba, Gründer von SpotGamma, erklärt, dass bei einem Unterschreiten der 7.450 Punkte beim S&P 500 Index deutlich stärkere Kursrückgänge möglich wären. Zugleich empfiehlt er, kurzfristige Optionen mit Ausübungspreisen nahe 7.520 Punkte zu verkaufen, da dies attraktiv erscheinen könnte.
Neben den Einflussfaktoren des Optionsmarktes trägt auch die unterschiedliche Entwicklung der einzelnen Sektoren innerhalb des US-Aktienmarkts zu den anhaltenden Indexschwankungen bei. Aktien aus dem Bereich Künstliche Intelligenz bleiben stark, während Teile der traditionellen Branchen relativ schwach abschneiden, was dazu führt, dass die Marktentwicklung weiterhin von wenigen Schwergewichten abhängt.
Allerdings ist der Chicago Board Options Exchange Einmonats-implizite-Korrelationsindex, der die Marktkonsistenz widerspiegelt, zuletzt wieder deutlich angestiegen. Dieser Index misst, wie gleichläufig die Kursentwicklungen der 50 größten S&P 500 Aktien im kommenden Monat sind: Je höher der Wert, desto synchroner die Einzelaktien.
Die Daten zeigen, dass der Index am 10. Juli mit 3,3 auf ein historisches Tief gefallen war, was eine starke Abhängigkeit des Marktes von wenigen führenden AI-Unternehmen widerspiegelte. Nach der Marktkorrektur und dem anschließenden Rebound im Zuge der US-Notenbanksitzung stieg dieser Index in dieser Woche bereits auf 12, was darauf hindeutet, dass sich nun wieder mehr Sektoren an den Bewegungen des Marktes beteiligen und die Marktbreite zunimmt.
Bemerkenswert ist zudem, dass während des Kursrückgangs des S&P 500 am Mittwoch nur eine einzige Aktie des gesamten Index ein 52-Wochen-Tief verzeichnete. Dies zeigt, dass der Verkaufsdruck bislang nicht auf das breite Marktuniversum übergegriffen hat.
Analysten weisen jedoch darauf hin, dass der implizite Korrelationsindex trotz der jüngsten Erholung immer noch unter den Niveaus der beiden vorherigen größeren Korrekturphasen liegt. Im Juni dieses Jahres lag er zeitweise bei 20, im April sogar bei 45, bevor der Markt allmählich einen Boden gefunden hatte. Daher bleibt die charttechnische Lage trotz zunehmender Marktbreite kritisch: Die weitere Entwicklung hängt davon ab, ob der S&P 500 die wichtige Unterstützungszone um 7.450 Punkte halten kann.
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