Evercore: Das „weniger bekannte“ Liquiditätsinstrument der Fed könnte den Verkaufsdruck japanischer Staatsanleihen auf US-Staatsanleihen verringern, eine langfristige Nutzung könnte die Entschlossenheit für eine Marktintervention zwischen den USA und Japan auf die Probe stellen.
Laut dem neuesten Bericht von Evercore ISI könnte ein selten genutztes Liquiditätsinstrument der US-Notenbank, das sogenannte Foreign and International Monetary Authorities Repo Facility, Japan dabei helfen, bei der Stützung des Yen auf dem Devisenmarkt größere Verkäufe von US-Staatsanleihen zu vermeiden.
Wie die Evercore ISI in ihrem neuesten Bericht hervorhebt, könnte ein selten genutztes Liquiditätsinstrument der Federal Reserve – das FIMA Repo Facility für ausländische und internationale Währungsbehörden – Japan dabei helfen, bei Interventionen am Devisenmarkt zur Unterstützung des Yen umfangreiche Verkäufe von US-Staatsanleihen zu vermeiden. Allerdings warnt das Institut, dass eine langfristige Abhängigkeit von diesem Instrument stattdessen den Markt dazu verleiten könnte, die Entschlossenheit der USA und Japans zur Wechselkursstabilisierung zu testen.

Das FIMA Repo Facility erlaubt es ausländischen Zentralbanken und offiziellen Institutionen, im Besitz befindliche US-Staatsanleihen als Sicherheit zu hinterlegen und von der Federal Reserve Dollar-Liquidität zu erhalten, ohne US-Staatsanleihen direkt am offenen Markt verkaufen zu müssen, um Mittel zu beschaffen. Das Instrument wurde während der Pandemie 2020 eingeführt, um offiziellen Stellen im Ausland Dollar-Finanzierung zu ermöglichen und gleichzeitig die Belastung für den Markt für US-Staatsanleihen zu verringern. Im Juli 2021 wurde es offiziell zu einem dauerhaften Mechanismus.
Die Evercore ISI-Strategen Marco Casiraghi und Gang Lyu weisen jedoch darauf hin, dass der Umfang der Nutzung dieses Instruments erheblichen Einschränkungen unterliegt. Laut den Bestimmungen kann jeder Handelspartner pro Tag maximal 60 Milliarden US-Dollar an Finanzierung erhalten, was nur geringfügig über dem Betrag liegt, den die japanische Regierung für die Intervention am Devisenmarkt am vergangenen Donnerstag aufwendete. Daher eignet sich das FIMA-Instrument eher für kurzfristige Liquiditätshilfen und kann den Finanzbedarf für längerfristige, groß angelegte Interventionen am Devisenmarkt kaum decken.
Die beiden Strategen erklären: „Wir gehen davon aus, dass sich der Markt auf dieses von der Federal Reserve mit einer Obergrenze versehene Repo-Instrument fokussieren könnte, was paradoxerweise genau das Gegenteil bewirken und den Markt dazu bewegen könnte, zu testen, ob die USA und Japan tatsächlich zu massiven Verkäufen von US-Staatsanleihen bereit sind, um den Yen zu stützen.“
Daten zeigen, dass das Instrument im Normalfall nahezu ungenutzt bleibt. In der Woche bis zum 29. Juli lag das durchschnittliche Nutzungsvolumen bei nur etwa 6 Millionen US-Dollar; die letzte größere Nutzung erfolgte Anfang Februar dieses Jahres mit etwa 3 Milliarden US-Dollar an Finanzierungen.
Der japanische Finanzminister Mayumi Katayama bestätigte zuvor eine Intervention zum Kauf von Yen am vergangenen Freitag und erklärte, dass künftig das FIMA Repo Facility zur Bereitstellung von Mitteln verwendet werde. US-Finanzministerin Janet Yellen bekundete auf sozialen Medien ebenfalls ihre Unterstützung für die Nutzung dieses Instruments durch Japan und empfahl, die Nutzungsgrenze angemessen anzuheben.
Laut den Regeln der Federal Reserve bedarf es zur Anpassung der FIMA-Instrumenten-Obergrenze einer Genehmigung durch das Unterkomitee für Devisengeschäfte des Federal Open Market Committee (FOMC). Gleichzeitig muss das gesamte FOMC über entsprechende Maßnahmen informiert werden.
Evercore ISI betont weiter, dass das FIMA-Instrument im Kern ein kurzfristiger Liquiditätsmechanismus und kein langfristiger Finanzierungskanal ist, sodass Kredite nach Fälligkeit stetig verlängert werden müssen, um die Mittel aufrechtzuerhalten. Zudem sind die Finanzierungskosten dieses Instruments relativ hoch: Der aktuelle Zinssatz liegt bei 3,75 %. Die entsprechenden 7-Tage-Finanzierungskosten entsprechen in etwa dem wöchentlichen Overnight Index Swap (OIS) Satz zuzüglich 25 Basispunkten.
Den Strategen zufolge setzt die Federal Reserve die Finanzierungskosten des FIMA-Instruments bewusst oberhalb der privaten Repo-Markt-Konditionen an. Dies unterstreicht, dass es sich hierbei stets um ein Notfallinstrument zur Liquiditätsunterstützung in Marktstresszeiten handelt – nicht um ein Instrument für alltägliche Finanzierungen oder langfristige, großvolumige Interventionen am Devisenmarkt.
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