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Wells Fargo: KI-Ausgaben fließen in die Realwirtschaft über, Industriewerte sind die größten Profiteure, aber politische Widerstände sind zu beachten

Wells Fargo: KI-Ausgaben fließen in die Realwirtschaft über, Industriewerte sind die größten Profiteure, aber politische Widerstände sind zu beachten

智通财经智通财经2026/08/04 23:01
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Von:智通财经

Der Stratege von Wells Fargo, Ohsung Kwon, wies kürzlich darauf hin, dass die KI-Ausgaben der Tech-Giganten allmählich auf die breitere Realwirtschaft übergreifen, wobei Industrieaktien die Hauptprofiteure sein werden.

Nach Erkenntnissen der Strategie-Experten von Wells Fargo, wie jüngst Ohsung Kwon hervorhob, fließt die KI-Investition der Technologiegiganten immer häufiger in die breitere Realwirtschaft ab; Industrieaktien werden demnach zu den größten Profiteuren. Diese Einschätzung ist kein vager Optimismus – aus makroökonomischen Daten, Unternehmensberichten und politischen Entwicklungen lässt sich ablesen, dass der Spillover-Effekt der KI-Investitionen tatsächlich eintritt, wobei gleichzeitig wachsende politische Widerstände entstehen.

Spillover-Effekte sind mehr als ein Schlagwort: Daten bestätigen den Trend

Kwons Analyse stützt sich auf solide Daten. Nach Schätzungen von Wells Fargo expandierte die industrielle Aktivität im Juli mit der schnellsten Rate seit über vier Jahren. Nicht-KI-bezogene Investitionen in Sachkapital stiegen im Jahresvergleich um 10 %, das Wachstum der Geschäfts- und Industriekredite zog ebenfalls deutlich an. Der Industriebereich des S&P 500 Index hat in diesem Jahr bereits um 20 % zugelegt und liegt damit nur hinter Energie und Informationstechnologie.

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Auch aus makroökonomischer Sicht bestätigt sich dieser Trend. Laut ConstructConnect belief sich das Startkapital für Datenzentrum-Projekte in den ersten fünf Monaten 2026 in den USA auf 58,1 Milliarden Dollar – mehr als das Vierfache des Vergleichszeitraums 2025. Allein im ersten Quartal lag das Startkapital bei 46,5 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von über 500 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der AI-Boom hat die US-Wirtschaft grundlegend verändert; die Kapitalausgaben der Hyperscale-Cloudanbieter betragen in diesem Jahr rund 750 Milliarden Dollar. IDC rechnet damit, dass die weltweiten Investitionen in KI-Infrastruktur bis 2026 auf 497 Milliarden Dollar steigen werden – das entspricht etwa 56 % Wachstum gegenüber dem Vorjahr.

Wer profitiert? Von Caterpillar bis Vertiv wächst das Ordervolumen sprunghaft

Die Unternehmen, die die „Schaufeln verkaufen“, sind die ersten Nutznießer. Caterpillar veröffentlichte am Dienstag Zahlen, nachgefragte Stromerzeugungs- und Baumaschinen für Datenzentren sorgten für Umsatzrekorde: Erstmals überstieg der Quartalsumsatz die Marke von 20 Milliarden Dollar, ein Plus von 24 % im Vergleich zum Vorjahr; der Umsatz der Bauindustrie-Sparte stieg sogar um 35 %. Caterpillar erhöhte unmittelbar die Prognose für das Umsatzwachstum im Gesamtjahr.

Auch Anbieter von Infrastruktur für Datenzentren profitieren. Vertiv verzeichnete einen Auftragspolster von über 15 Milliarden Dollar, die Bestellungen im vierten Quartal stiegen im Vorjahresvergleich um 252 %. Eaton steigerte die Einnahmen im Bereich Datenzentren im ersten Quartal um etwa 50 %. Wells Fargo selbst prognostiziert, dass sich die Investitionen der Hyperscale-Cloudanbieter bis 2027 auf 1,1 Billionen Dollar erhöhen werden – das liegt rund 25 % über dem Marktkonsens. Kwon schätzt, dass derzeit etwa 40 Hyperscale-Datenzentren im Bau sind und mehr als 100 weitere geplant – mit Konzentration in Texas, Georgia, Virginia und Pennsylvania.

Risiko: Politische Widerstände werden zum entscheidenden Faktor

Kwon warnt jedoch ausdrücklich: „Das größte Risiko beim Bau von Datenzentren ist die politische Gegenbewegung – besonders im Vorfeld der Midterm Elections.“

Diese Gefahr wird immer sichtbarer. Laut Gallup sprechen sich 71 % der US-Amerikaner dagegen aus, dass AI-Datenzentren in ihrem Gebiet entstehen; 77 % sorgen sich um steigende Strompreise durch KI. Im Juli formierten Gegner in 42 US-Bundesstaaten 142 Protestaktionen. Schon im ersten Quartal verhinderten oder verzögerten lokale Gruppen 75 Projekte – investitionsseitig rund 130 Milliarden Dollar.

Der politische Druck wächst weiter. In New York wurde im Juli das landesweit erste einjährige Moratorium für große AI-Datenzentren beschlossen; mindestens zwölf Gouverneurskandidaten in den USA haben im Vorfeld der Midterms ein Moratorium für den Bau von Datenzentren gefordert. Steuervergünstigungen nehmen rapide ab – vier Bundesstaaten haben sie bereits gestrichen oder pausiert, neun weitere prüfen das aktuell. Bei einer 7 %-igen Umsatzsteuer erhöht sich der Beschaffungspreis für Anlagen eines einzelnen 1-GW-Datenzentrums etwa um 3 Milliarden Dollar.

Obwohl die Trump-Regierung das „Promise to Protect Bill Payers“ lancierte – eine Verpflichtung für Technologiekonzerne, die Kosten für Netz-Upgrades nicht auf Verbraucher abzuwälzen –, ist dieses Versprechen nicht bindend. Ob es die Widerstände wirklich mindert, bleibt abzuwarten.

Die Analyse von Wells Fargo macht deutlich: Die AI-Investitionen strahlen von Halbleitern und Cloudanbietern auf die traditionelle Industrie aus und beleben deren Wachstumspotenzial. Doch die nachhaltige Entwicklung dieser Story hängt immer weniger von Technologie oder Kapital ab – sondern von politischen Entscheidungen. Wie die Datenzentrum-Regulierung durch die Midterm Elections im November neu gestaltet wird, entscheidet maßgeblich, wie weit der Spillover-Effekt reicht. Wie Kwon festhält, befinden wir uns „vielleicht in einer sehr, sehr frühen Phase“ – die frühen Phasen sind allerdings meist die unvorhersehbarsten.


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