WSJ-Leitartikel zum CLARITY Act löst Widerstand von Krypto-Führungskräften aus
Das Editorial Board des Wall Street Journal sprach sich am 4. August 2026 gegen den CLARITY Act aus und führte an, dass der Kongress „häufig Gesetze verabschiedet, die voller politischer Minenfelder sind“, die er nicht entschärfen will.
Kryptorechtsanwälte, ein Vermögensverwalter und ein ehemaliger Senator zerpflückten im Laufe des Tages einzelne Aussagen des Artikels und argumentierten, dass mehrere zentrale Behauptungen im Gegensatz zu dem stehen, was im Gesetzentwurf tatsächlich gesagt wird.
Faktenchecks zielen auf Stablecoin-, AML- und Wertpapier-Behauptungen ab
Der Meinungsbeitrag mit dem Titel „Clarity for Crypto, Sort Of“ brachte drei Hauptkritikpunkte vor. Es wurde argumentiert, dass Stablecoin-Emittenten das Zinsverbot des GENIUS Act umgehen könnten, indem sie mit Börsen Vereinbarungen treffen, um „Belohnungen“ auszuzahlen.
Weiter hieß es, dass dezentrale Netzwerke Anti-Geldwäsche- und Know-Your-Customer-Vorschriften umgehen könnten, indem sie wie eBay agieren – ein Betreiber kassiert Gebühren, während Nutzer direkt miteinander handeln. Zudem wurde vorgebracht, dass das Gesetz die Aufsichtsbehörden zwinge, jeden Token entweder als Wertpapier oder als Rohstoff einzustufen.
Beim Thema AML erklärte er, dass ein dezentrales System mit kontrollierendem Betreiber bereits den eigenen DeFi-Test des Gesetzes nicht besteht und daher als Vermittler reguliert wird anstatt davon ausgenommen zu sein. Beim Thema Wertpapiere sagte er, dass das Gesetz Tokens nicht in Kategorien einteilt. Es trennt die Fundraising-Transaktion, die weiterhin der SEC untersteht, vom Token selbst, der als digitales Rohstoffprodukt unter die Aufsicht der CFTC fällt.
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Unklarer Weg des Gesetzesvorhabens durch den Kongress
Die Chancen für eine Verabschiedung des CLARITY Act in diesem Jahr sinken seit Wochen, unabhängig von der Debatte mit dem WSJ. An den Wettmärkten lag die Wahrscheinlichkeit am 5. August bei etwa 23 Prozent, nachdem sie Anfang des Jahres noch bei fast 70 Prozent lag.
Die Verhandlungen zwischen Senator Thom Tillis und Senator Ruben Gallego über Ethikregelungen für Bundesbeamte stocken, da das Weiße Haus noch nicht auf ein Gegenangebot reagiert hat und die Augustpause des Senats näher rückt.
Michael Saylor, Executive Chairman von Strategy, sagte zuletzt, Bitcoin werde unabhängig davon Erfolg haben, ob das Gesetz verabschiedet wird oder nicht, fügte aber hinzu, dass „Amerika Klarheit im Bereich digitaler Assets braucht“.
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