Der Vorsitzende der Federal Reserve, Kevin Warsh, erwägt eine bedeutende Änderung hinsichtlich der Häufigkeit, mit der die Zentralbank die Zinssätze festlegt – ein Schritt, der die Interpretation von Fed-Entscheidungen durch Investoren neu gestalten und potenziell die Marktvolatilität erhöhen könnte, einschließlich der Crypto-Märkte.
Der Plan: Sechs Meetings statt acht
Derzeit trifft sich das Federal Open Market Committee (FOMC) achtmal pro Jahr, ein Rhythmus, der seit 1981 gilt. Die Fed wechselte 1981 zur aktuellen Terminplanung mit acht Meetings, als die Politik einen berechenbareren Ansatz für die Kommunikation der Geldpolitik anstrebte.
Warshs Vorschlag würde die Anzahl der Meetings, die sich auf Zinsentscheidungen konzentrieren, auf sechs reduzieren, während zwei separate Treffen hinzugefügt werden, die sich auf breitere wirtschaftliche Themen fokussieren.
Die Idee wurde während der FOMC-Sitzung in der vergangenen Woche angesprochen, und eine endgültige Entscheidung über den neuen Zeitplan könnte vor der Sitzung Mitte September getroffen werden, auch wenn die tatsächlichen Änderungen später umgesetzt werden.
Nach dem Banking Act von 1935 ist das FOMC gesetzlich verpflichtet, mindestens viermal im Jahr zu tagen, was Raum für einen reduzierten Zeitplan lässt.
Teil einer umfassenden Veränderung bei der Fed
Der Vorschlag ist Teil einer umfassenden Initiative von Fed-Präsident Kevin Warsh, wie die US-Zentralbank mit den Märkten kommuniziert, neu zu gestalten.
Seit seinem Amtsantritt im Mai hat Warsh die Fed-Kommunikation verschlankt, indem er Policy Statements verkürzt, die Forward Guidance zu Zinssätzen reduziert und weniger Pressekonferenzen nach Meetings erwägt. Außerdem hat er fünf Taskforces eingerichtet, um die Fed-Kommunikation, Bilanz, Datenpraktiken sowie die Rolle von KI in der Wirtschaft zu überprüfen.
Einige regionale Fed-Offizielle, darunter Neel Kashkari und Anna Paulson, haben signalisiert, dass sie offen für die Diskussion sind.
Was das für die Crypto-Märkte bedeutet
Obwohl der Vorschlag die digitalen Asset-Märkte nicht direkt betrifft, könnten seine Auswirkungen dort spürbar sein. Weniger Meetings bedeuten, dass jede Fed-Entscheidung mehr Gewicht haben könnte — die Märkte würden länger auf Klarheit warten, und wenn diese kommt, könnte die Reaktion stärker ausfallen.
Einige Marktstrategen argumentieren, dass weniger geplante Entscheidungen jede Policy-Ankündigung bedeutsamer machen und potenziell die Volatilität rund um Fed-Meetings erhöhen könnten.
Für Crypto-Investoren ist nicht die Anzahl der Fed-Meetings das Problem, sondern die Möglichkeit, dass Märkte längere Phasen der Unsicherheit erleben und anschließend heftigere Reaktionen zeigen, wenn Politikentscheider endlich handeln.
