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Trump übt nicht mehr nur Einzelkritik am Vorsitzenden der Federal Reserve: Der Senkungsdruck richtet sich nun auf den gesamten Vorstand

Trump übt nicht mehr nur Einzelkritik am Vorsitzenden der Federal Reserve: Der Senkungsdruck richtet sich nun auf den gesamten Vorstand

智通财经智通财经2026/08/07 12:36
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Von:智通财经

Der US-Präsident Trump hat sich kürzlich erneut zur Zinspolitik geäußert und bekräftigte seine Präferenz für niedrigere Zinsen. Er räumte jedoch ein, dass diese Entscheidung nicht allein beim Vorsitzenden der Federal Reserve liegt.

Nach Informationen von Finanznachrichten-App, hat der US-Präsident Trump jüngst erneut zur Zinspolitik Stellung genommen und seine Präferenz für niedrigere Zinssätze bekräftigt, wobei er eingestand, dass dies nicht allein Sache des Fed-Präsidenten ist – im Vergleich zu seinen bisherigen scharfen Angriffen auf seine Vorgänger, ist seine jüngste Haltung deutlich abgeflaut, was das Augenmerk des Marktes auf die feinfühlige Veränderung der Beziehung zwischen Weißem Haus und Federal Reserve lenkt.

Von Angriff zu defensiver Haltung gegenüber der Federal Reserve

Bei einem Interview am Freitag (7. August), wurde Trump gefragt, ob Fed-Präsident Kevin Walsh vor den Midterm-Wahlen im November Zinserhöhungen vermeiden solle. Er antwortete: „Das hängt teilweise von ihm ab, aber nicht vollständig. Außerdem hat er einen sehr politisierten Vorstand.“ Er kritisierte erneut einige Mitglieder des Fed-Vorstands, darunter den ehemaligen Präsidenten Jerome Powell und die aktuelle Direktorin Lisa Cook, und sagte: „Es liegt nicht ganz in seiner Hand, sondern wird vom Vorstand entschieden.“

Diese Aussage steht im krassen Gegensatz zu Trumps früheren heftigen Angriffen auf die Federal Reserve. Bevor Walsh nominiert wurde, schimpfte Trump regelmäßig über Powell wegen dessen zu langsamer Zinssenkung und forderte sogar mehrfach öffentlich negative Zinsen, was den traditionellen Präzedenzfall der Zurückhaltung des Weißen Hauses gegenüber der Zentralbankpolitik durchbrach. Die jetzige Anerkennung, dass „nicht nur der Präsident entscheidet“, wird vom Markt als sanfte Prüfung gegenüber Walsh und nicht als direkter Druck gedeutet.

Unkonventionelle wirtschaftliche Logik: Gute Daten = niedrige Zinsen?

Trump äußerte im Interview zudem den Wunsch, "zu jenen Tagen zurückzukehren" – sprich, dass positive Wirtschaftsindikatoren zu sinkenden Zinssätzen führen, und damit eine ganz andere Beziehung zwischen Wirtschaft und Geldpolitik zeichnen. „Früher, wenn du starke Wirtschaftsdaten veröffentlicht hast, gingen die Zinssätze runter“, sagte er.

Diese Logik widerspricht jedoch dem gängigen geldpolitischen Rahmen. In der Regel bedeuten starke Wirtschaftsdaten steigende Inflationsrisiken und Überhitzung, sodass die Zentralbank zu Zinserhöhungen neigt, um den Zyklus zu glätten. Trumps Statement „gute Daten = niedrige Zinsen“ spiegelt seinen politischen Fokus auf die Senkung der Kreditkosten zur Wachstumsförderung wider, statt auf die klassische Logik des Inflationsmanagements.

Weißes Haus und Federal Reserve: Marktinteressen unter einem feinen Gleichgewicht

Wie aus jüngsten Insiderquellen hervorgeht, hat Trump seit der Ernennung von Kevin Walsh zum Fed-Präsidenten regelmäßig telefonischen Kontakt mit ihm – ein neues Signal, dass Trump versucht, mehr Einfluss auf die Zentralbank auszuüben.

Die anonymen Quellen, die private Diskussionen betreffend, berichten, seit Walsh im Mai vom Senat bestätigt wurde, hätten die beiden mehrfach telefoniert, wobei Trump nach Walshs wirtschaftlichen Vorhersagen und Ansichten fragt, aber keine konkreten politischen Maßnahmen fordert. Einer der Informanten sagt, die Telefonate seien nicht regelmäßig, ein anderer spricht von geringer Häufigkeit. Ob sie Geldpolitik besprochen haben, ist bislang unklar.

Obwohl über die konkreten Inhalte der Gespräche wenig bekannt ist, fordert Trump seit Langem massive Zinssenkungen durch die Federal Reserve. Frühere Präsidenten hatten zwar gelegentlich Gespräche und Treffen mit Fed-Präsidenten, jedoch sind diese sehr selten. Trumps Initiative zur Beeinflussung der geldpolitischen Entscheidungen gilt als die stärkste interventionistische Handlung seit Jahrzehnten.

Walshs Hintergrund bietet zudem Raum für Spekulationen am Markt. Als ehemaliger Wirtschaftsberater unter Bush und ehemaliges Fed-Vorstandsmitglied gilt er als „Kongress-Kandidat“, wobei die Markterwartungen seine Politik tendenziell als taubenhaft einschätzen. Trumps Aussage „es entscheidet nicht nur er“ deutet aber auch darauf hin, dass im Fed-Vorstand Balancekräfte bestehen – insbesondere Powells Verbleib als Direktor sowie Vertreter, die unter Biden berufen wurden, wie Cook, bedeuten, dass Walsh bei Richtungsänderungen der Politik nicht voll die Kontrolle hat.

Marktauswirkungen und Ausblick

Aktuell zeigt das CME FedWatch Tool, dass die Markterwartung für eine Zinserhöhung im September von 67 % in der Vorwoche auf 55 % gesunken ist. Trumps jüngste Aussagen verändern den politischen Kurs zwar nicht direkt, verstärken jedoch die Marktwahrnehmung, dass das Weiße Haus eine Präferenz für eine Niedrigzinsumgebung hat. Gleichzeitig bleibt die Unabhängigkeit der Federal Reserve potenziell politischem Druck ausgesetzt, insbesondere im Vorfeld der Midterm-Wahlen, sodass die politische Einfärbung der Geldpolitik schwer vollständig zu vermeiden sein dürfte.

Für Investoren wird die Dynamik zwischen Trump und Walsh in den kommenden Monaten ein zu beobachtender Faktor – falls sich die Beziehung von „sanfter Prüfung“ zu „direktem Druck“ wandelt, könnte dies das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Federal Reserve erschüttern und zusätzliche Schwankungen bei US-Anleihen und dem USD-Wechselkurs auslösen.

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