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Wie aggressiv ist die Bewertung von Anthropic beim IPO? Die Wall Street setzt darauf, dass der Umsatz bis 2028 auf 200 Milliarden US-Dollar explodiert.

Wie aggressiv ist die Bewertung von Anthropic beim IPO? Die Wall Street setzt darauf, dass der Umsatz bis 2028 auf 200 Milliarden US-Dollar explodiert.

华尔街见闻华尔街见闻2026/08/17 10:26
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Von:华尔街见闻

Anthropic bereitet seinen Börsengang vor. Die Wall Street nutzt die für 2028 erwarteten Umsätze (etwa 200 Milliarden US-Dollar) als zentralen Bewertungsanker, anstatt die aktuellen Geschäftszahlen zugrunde zu legen. Das Unternehmen verzeichnet ein rasantes jährliches Umsatzwachstum, doch enorme Investitionen in KI verhindern bislang die Rentabilität. Der Markt orientiert sich bei der Bewertung an hochwachsenden Unternehmen wie Palantir und SpaceX und setzt darauf, dass Anthropic künftig Skaleneffekte erzielt und Gewinne erwirtschaftet. Ob diese Logik der hohen Bewertung Bestand hat, bleibt jedoch eine Bewährungsprobe für den Markt.

Anthropic bereitet einen Börsengang vor und stellt dabei auch das Bewertungsmodell in Frage – die Wall Street richtet ihren Blick bereits auf zwei Jahre später und nutzt die erwarteten Umsätze des Unternehmens im Jahr 2028 als Bewertungsanker.

Laut Berichten unter Berufung auf zwei informierte Personen erwartet Anthropic intern, dass der Umsatz im Jahr 2028 etwa 190 bis 200 Milliarden US-Dollar erreichen wird – deutlich mehr als die im Mai dieses Jahres veröffentlichten 47 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz-Runrate. Weitere vier Insider enthüllen, dass Banker und Investoren aktuell den Unternehmenswert anhand des zukünftigen Enterprise Value/Umsatz-Multiplikators bemessen.

Für schnell wachsende Software-Unternehmen ist es nicht ungewöhnlich, die Bewertung auf zukünftigen Umsätzen aufzubauen, aber den Umsatz in zwei Jahren als zentrales Bewertungskriterium zu nehmen, ist noch relativ selten. Dieses Vorgehen spiegelt sowohl die beeindruckende Geschwindigkeit der Expansion von Anthropic wider als auch die Schwierigkeit, angesichts der hohen Investitionen in KI-Infrastruktur einen passenden Referenzrahmen für die Bewertung des Unternehmens zu finden.

Anders gesagt: Investoren wetten nicht darauf, wie viel Anthropic aktuell verdienen kann, sondern darauf, ob das Unternehmen in den nächsten zwei Jahren seine Umsätze schnell ausbauen und letztlich Skaleneffekte realisieren kann.

Umsatzexplosion, Gewinn bleibt Zukunftsmusik

Die finanzielle Entwicklung von Anthropic zeigt eine steile Wachstumskurve.

Nach Angaben des Unternehmens lag die Jahresumsatz-Runrate Ende 2025 bei etwa 9 Milliarden US-Dollar — im Mai dieses Jahres stieg sie bereits auf über 47 Milliarden US-Dollar. Anthropic rechnet damit, im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von mindestens 10,9 Milliarden US-Dollar zu erzielen, was mehr als eine Verdopplung gegenüber dem vorherigen Quartal bedeutet — und erstmals einen operativen Quartalsgewinn von 559 Millionen US-Dollar.

Anthropic erklärte zudem, dass in den drei Jahren bis Anfang 2026 die Jahresumsatz-Runrate jeweils mehr als verzehnfacht wurde.

Doch trotz des rasanten Wachstums muss das Unternehmen weiterhin hohe Ausgaben für Computing-Power und Forschung tragen. Derzeit erfordert die Investition in GPUs und andere Computing-Ressourcen, Modelltraining, Inferenz sowie die Rekrutierung von Talenten kontinuierliche Aufwendungen, was bedeutet, dass das aktuelle EBITDA noch nicht die zukünftige Gewinnfähigkeit widerspiegelt.

Das aktuelle Bewertungsmodell des Marktes basiert darauf, dass mit zunehmendem Umsatzvolumen die Ausgaben für Infrastruktur und Personal anteilig sinken, während die Effizienz bei Training und Inferenz steigt und dadurch die Profitabilität verbessert wird. Anders ausgedrückt: Anthropic setzt heute auf hohe Investitionen, um in Zukunft mehr Umsatz und größere Gewinnmöglichkeiten zu erreichen.

Palantir, Cloudflare und SpaceX als Bewertungsmaßstab

Vor dem Analystentag von Anthropic sucht der Markt nach passenden Vergleichsunternehmen.

Laut Berichten werden Cloudflare, Palantir sowie SpaceX als Referenzen für die Unternehmensbewertung herangezogen.

Gemäß LSEG-Daten liegt der Multiplikator von Palantir aktuell bei etwa 53-fachen des erwarteten Umsatzes für dieses Jahr – und gilt als eines der höchstbewerteten Papiere der Wall Street; SpaceX und Cloudflare liegen für das Jahr 2026 jeweils bei rund 41,6-fachen der erwarteten Umsätze.

Die drei Unternehmen bieten unterschiedliche Bewertungsmodelle: Palantir steht für das hochdynamische Wachstum und den KI-Fokus von Softwarefirmen; Cloudflare repräsentiert sowohl Software- als auch Infrastrukturunternehmen mit starkem Wachstum; SpaceX liefert ein Beispiel für eine Bewertung, die eher auf zukünftigen Wachstumsprognosen als auf aktuellen Zahlen basiert.

Auch in der Vergangenheit gab es bereits ähnliche Fälle: Insider berichten, dass Unterstützer von Cerebras Systems vor dem Börsengang in diesem Jahr Umsatzprognosen für 2028 zitierten; bei SpaceX bezog man bei der Rekordbewertung im Juni sogar Vorhersagen bis 2029 ein.

2 Billionen Dollar Bewertung – worauf wettet der Markt wirklich?

Mit dem Anstieg der Anthropic-Bewertung wächst auch die Kontroverse um die mögliche Obergrenze.

David Merkel, Leiter von Aleph Investments, erklärte, eine Bewertung von 2 Billionen Dollar für Anthropic sei „möglich“, aber die entscheidende Frage sei, ob diese Bewertung dauerhaft Bestand haben kann. Er sieht die Investoren vor einer zentralen Frage: Wie viel zusätzliche Produktivität bringt KI wirklich?

Das könnte zur größten Bewertungshürde bei Anthropics Börsengang werden.

Aktuell sind die Investitionen in AI-Infrastruktur weiterhin hoch. Der Markt prüft, ob die enormen Investitionen tatsächlich in dauerhafte und skalierbare Gewinne umgewandelt werden können. Für Anthropic besteht die zentrale Aufgabe der nächsten zwei Jahre darin, nicht nur die Umsätze auf 200 Milliarden Dollar zu bringen, sondern auch den Beweis zu liefern, dass die Umsatzsteigerung sich in Profitabilität und Cashflow niederschlägt.

Gelingt dies, könnte der hohe Bewertungsansatz mit dem Umsatzanker von 2028 vom Markt akzeptiert werden; falls das Umsatzwachstum nachlässt oder die Investitionen in KI-Infrastruktur nicht zu höheren Gewinnmargen führen, könnte das „forward revenue“-Bewertungsmodell schnell unter Druck geraten.

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