Michael Saylor hat jahrelang daran gearbeitet, Wall Street von der Idee zu überzeugen, dass Bitcoin eine technologie für langfristiges Sparen ist. Händler, die MSTR wie eine Optionsschein mit kurzer Laufzeit behandeln, sollten den Rest dieser These ebenfalls hören.
Laut dem ursprünglichen Bericht sagte der Strategy-Vorstandsvorsitzende, dass MSTR-Investoren einen Zeithorizont von mindestens vier Jahren haben sollten, wobei sieben bis zehn Jahre vorzuziehen sind. Sie sollten außerdem auf schwierige Jahre vorbereitet sein. Das ist keine allgemeine Risikohinweis. Es ist die operative Grundlage einer Bilanz, die Bitcoin durch Zeiten hält, in denen sowohl der Aktienkurs als auch der zugrunde liegende Vermögenswert fallen.
Viele Aktienanalysten sehen MSTR als gehebelten Bitcoin-Proxy, wobei die wandelbare Emission die Aufwärts- und Abwärtsbewegungen verstärkt. Saylors Kommentare widersprechen dieser Struktur nicht. Sie machen lediglich deutlich, dass das Unternehmen sein Handeln nicht nach kurzfristigen Stimmungen im Quartal ausrichtet.
Die Schwelle für Rückkäufe
Aktienrückkäufe haben laut Saylor derzeit keine Priorität. Strategy würde einen Rückkauf von MSTR wahrscheinlich nur dann in Betracht ziehen, wenn die Aktie zu einem sehr hohen Abschlag auf den Nettoinventarwert gehandelt wird. Diese Bedingung ist wichtig, denn der Auf- oder Abschlag zum NAV ist die meistdiskutierte Kennzahl in der MSTR-Geschichte. Liegt der Aktienkurs über dem NAV, zerstören Rückkäufe im Vergleich zum einfachen Kauf von Bitcoin Wert. Handelt die Aktie deutlich unter dem NAV, wird der Rückkauf von Aktien zu einer Möglichkeit, die Differenz zu realisieren.
Das Unternehmen hält etwa 4,8 Milliarden US-Dollar in bar. Saylor sieht diese Liquidität als Flexibilität, um Bitcoin zu kaufen, MSTR- oder Vorzugsaktien zurückzukaufen oder Schulden zurückzuzahlen. Bargeld ist nicht nur "trockenes Pulver". Es ist ein Puffer gegen genau die schwierigen Jahre, auf die er die Investoren vorbereitet hat.
Ein Bitcoin-Verkauf ist jetzt ausdrücklich möglich
Saylor sagte außerdem, dass das Unternehmen in der Lage sein muss, Bitcoin zu verkaufen, ebenso wie es kaufen kann. Dieser Satz klingt vielleicht wenig kontrovers, erschwert jedoch eine über Jahre gepflegte Botschaft, die oft wie permanenter Aufbau klang. Firmenkassen, die nie verkaufen, sind Sammler. Firmenkassen, die verkaufen können, verwalten eine Bilanz.
Der Unterschied ist entscheidend dafür, wie MSTR mit Fälligwerden von Schulden und Zugang zum Kreditmarkt umgeht. Ein Unternehmen, das einen volatilen Vermögenswert hält und gleichzeitig Schulden hat, braucht eine Ausstiegsfähigkeit, auch wenn sie selten genutzt wird. Die Möglichkeit zu verkaufen bedeutet nicht, dass ein Verkauf unmittelbar bevorsteht. Es bedeutet aber, dass die Liquiditätsplanung nun beide Seiten des Handels umfasst.
