Das KI-Rechenzentrumsunternehmen Nscale plant frühestens im September einen Börsengang in den USA und beabsichtigt, dabei bis zu 3 Milliarden US-Dollar einzunehmen.
Das britische Unternehmen Nscale, spezialisiert auf künstliche Intelligenz-Infrastruktur, plant durch einen Börsengang in den USA bis zu 3 Milliarden US-Dollar einzusammeln.
German Finance News berichtet, dass das britische Unternehmen für künstliche Intelligenz-Infrastruktur Nscale plant, durch einen Börsengang (IPO) in den USA bis zu 3 Milliarden US-Dollar aufzubringen und sich damit in die Reihe der AI-Datacenter-Firmen einzugliedern, die derzeit verstärkt an die Kapitalmärkte drängen. Insider gaben an, dass das Unternehmen den Börsengang frühestens im September dieses Jahres starten könnte und derzeit mit Goldman Sachs und JP Morgan an den entsprechenden Plänen arbeitet.
Nscale mit Sitz in London hat in den letzten Jahren sein Geschäft mit künstlicher Intelligenz-Datenzentren deutlich ausgeweitet und errichtet derzeit Datacenter in Regionen wie Norwegen und West Virginia, USA. Angesichts des weltweiten Wachstums der Nachfrage nach KI-Rechenleistung durch Technologieunternehmen will das Unternehmen über den Kapitalmarkt zusätzliche Mittel für die Umsetzung seiner umfassenden Infrastruktur-Ausbaupläne generieren.
Insider hatten zuvor berichtet, dass Nscale potenziellen Investoren mitteilte, das Vertragsvolumen vor dem Börsengang betrage rund 51 Milliarden US-Dollar und biete damit eine wesentliche geschäftliche Grundlage für das IPO.
Allerdings laufen die Gespräche über den Börsengang noch, und sowohl das genaue Finanzierungsvolumen als auch der Zeitpunkt des Listings könnten sich noch ändern. Das IPO könnte auch verschoben werden. Nscale lehnte es ab, dazu Stellung zu nehmen.
Nach den aktuellen Diskussionen könnte Nscale beim US-Börsengang bis zu etwa 3 Milliarden US-Dollar einnehmen. Sollte dies erfolgreich verlaufen, wäre dies eines der größten Finanzierungsprojekte im Bereich der KI-Infrastruktur in jüngster Zeit.
Auch die Zusammensetzung des Nscale-Aufsichtsrats stößt auf großes Interesse am Markt, darunter die ehemalige Meta Platforms (META.US) Chief Operating Officer Sheryl Sandberg sowie der frühere Meta-Präsident für globale Angelegenheiten und ehemalige britische Vizepremierminister Nick Clegg.
Das Geschäftsmodell von Nscale konzentriert sich hauptsächlich auf den Bau großer KI-Datenzentren, den Erwerb großer Mengen an KI-Chips und anderer Infrastrukturausrüstung und die Vermietung von Rechenleistung an Kunden, die KI-Modelle trainieren und betreiben möchten.
Mit dem schnellen Fortschritt von generativer KI steigt weltweit der Bedarf der Technologieunternehmen an GPUs, Datenzentren und Stromressourcen rasant. Firmen wie Nscale investieren daher mehrere Milliarden US-Dollar in den Ausbau ihrer Rechenkapazitäten.
Insider gaben zuvor an, dass das Unternehmen plant, etwa 10 Gigawatt (GW) zusätzliche Stromkapazität für seine KI-Rechenzentren bereitzustellen. Nscale verfügte zuvor bereits über etwa 831 Megawatt (MW) in Betrieb oder bereits vertraglich gesichert.
Zum Vergleich: 1 Gigawatt Strom kann zu jeder Zeit etwa 750.000 US-Haushalte versorgen. Das bedeutet, dass Nscale im Falle der Verwirklichung des 10-GW-Ziels seine KI-Infrastruktur erheblich ausbauen könnte.
Der große Strombedarf zeigt auch, wie kapitalintensiv der aktuelle Ausbau von KI-Infrastruktur ist. Unternehmen müssen nicht nur viele KI-Chips kaufen, sondern auch erhebliche Mittel in den Bau von Datacentern investieren und ausreichende Stromversorgung sowie relevante Infrastrukturressourcen sicherstellen.
Nscale erweitert neben dem Ausbau von Datacentern auch sein Geschäft auf KI-Software und das Management von Rechenleistung.
Im Juli dieses Jahres hat das Unternehmen zugestimmt, das Software-Startup Anyscale für 1,65 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Damit will Nscale mit deren Technologie Kunden ermöglichen, KI-Rechenressourcen noch effizienter zu nutzen.
Durch die Kombination von Datacenter-Infrastruktur und Softwareplattform will Nscale seinen Kunden nicht nur Rechenkapazität anbieten, sondern auch die Nutzungseffizienz von KI-Leistung steigern und dadurch seine Geschäftspräsenz in der Wertschöpfungskette der KI-Infrastruktur ausbauen.
Während Nscale den Börsengang vorbereitet, erlebt die Branche für KI-Infrastruktur eine Finanzierungswelle an den Kapitalmärkten.
Im Mai dieses Jahres hat die Datenzentrum-Investmentplattform Blackstone Digital Infrastructure Trust durch ein IPO 2 Milliarden US-Dollar eingesammelt; das von Brookfield unterstützte Csquare ging im Juli an die Börse und nahm 1,21 Milliarden US-Dollar ein.
Zugleich hat der Datenzentrum-Betreiber Switch den Börsengang bereits vertraulich beantragt und könnte diesen frühestens im November dieses Jahres durchführen. Nach früheren Berichten liegt die angestrebte Bewertung bei etwa 50 Milliarden US-Dollar, einschließlich Schulden.
Diese Reihe von Finanzierungsaktivitäten verdeutlicht den rasanten Wachstum des Kapitalbedarfs für den Ausbau globaler KI-Infrastruktur. Da große KI-Modelle immer mehr Rechenressourcen benötigen, müssen Datacenter-Betreiber hohe Summen in Chips, Gebäude und Stromversorgung investieren und wenden sich deshalb verstärkt an Aktien- und Fremdkapitalmärkte zur Finanzierung.
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