Bitcoin (BTC) hat sich nach dem jüngsten Short Squeeze im Wert von 5 Milliarden US-Dollar stark erholt. Charles Edwards, Gründer von Capriole Investments, sagte im Interview mit John Gillen, dass die nächste große Bewegung von BTC davon abhängt, was mit der US-Politik, der Federal Reserve und der institutionellen Nachfrage geschieht. Er bleibt weiterhin auf der Long-Seite positioniert, sieht jedoch 70.000 US-Dollar als die Marke, die Bitcoin verteidigen muss, damit der bullische Ausblick bestehen bleibt.
Über 70.000 US-Dollar darf man nicht zu bärisch sein
Edwards erklärt, dass Bitcoin bereits zwei wichtige Marken, 65.000 und 70.000 US-Dollar, überschritten hat. Solange der Kurs über 70.000 US-Dollar bleibt, präsentiert sich der Markt weiterhin bullisch, während 71.000 US-Dollar die nächste entscheidende Marke für eine Bestätigung eines stärkeren Trends ist. Die größere Unterstützung liegt bei etwa 60.000 US-Dollar. Ein Fall unter 70.000 US-Dollar könnte das aktuelle Setup schwächen.
Gleichzeitig sorgt institutionelles Kaufinteresse für zusätzliche Unterstützung. Institutionen kaufen Berichten zufolge rund 160 % der täglich von Minern produzierten Bitcoin, hauptsächlich über Spot-ETFs.
Wahrscheinlich kommen dieses Jahr noch Zinserhöhungen
Die Federal Reserve bleibt einer der Hauptfaktoren für Bitcoin. Laut Edwards signalisiert die aktuelle Marktlage mindestens eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr.
Er rechnet damit, dass sich dies je nach Inflation, Ölpreisen und Iran-Konflikt ändern könnte. Bleiben die finanziellen Bedingungen unterstützend, kann der Kryptomarkt weiter steigen. Weitere Zinserhöhungen durch die Fed könnten den Weg zu 100.000 US-Dollar erschweren.
Ich glaube nicht, dass wir ein neues Allzeithoch bekommen, bevor sich etwas ändert
Edwards erwartet, dass Bitcoin in den Bereich um 90.000 US-Dollar und möglicherweise etwa 100.000 US-Dollar steigt. Ein klares neues Allzeithoch erwartet er allerdings ohne neuen Impuls nicht.
Ein solcher Katalysator könnte sein, dass die US-Regierung offiziell Bitcoin kauft, eine bedeutende Transaktion über das Treasury General Account abläuft oder Entwickler von Bitcoin einen klaren Zweijahresplan zur Abwehr von Risiken im Bereich Quantencomputing vorstellen.
Er ist überzeugt, dass schon Fortschritte beim Schutz vor Quantencomputern den Preis steigen lassen könnten, da damit ein zentrales langfristiges Problem beseitigt würde.
HYPE hat einiges in Bewegung gebracht
Edwards beobachtet auch den Altcoin-Markt. Hyperliquids HYPE sticht für ihn dank seiner Tokenomics, starkem Umsatzwachstum und täglichen Token-Rückkäufen hervor. Das Protokoll habe ein Produkt entwickelt, das sich schnell weiterentwickelt und es Nutzern erlaubt, US-Aktien ohne die klassischen KYC-Anforderungen zu handeln.
Auch Ethereum, Ethena und Zcash passen laut Edwards in das übergeordnete Bild, während sich verschiedene Altcoins von wichtigen Unterstützungslevels erholen.
Dennoch behandelt Edwards den Altcoin-Markt nicht wie die Zyklen 2017 oder 2020. Von KI getriebene Hacks, Quantenrisiken und Schwachstellen im Bereich DeFi bleiben zentrale Herausforderungen. Er bevorzugt Projekte mit starker Tokenökonomie und echten Einnahmen – statt Coins, die mit starkem Verkaufsdruck durch Unlocks kämpfen.


