Mitglieder-Morgenreport am 1. September: USA und Iran geraten zum zweiten Mal innerhalb eines Monats aneinander, Trump schwört auf weitere Maßnahmen gegen den Iran
1. USA und Iran geraten nach einem Monat erneut aneinander: Das US-Militär hat zwei Raketenabschussvorrichtungen auf der iranischen Larak-Insel angegriffen. Diese Insel liegt in der Straße von Hormus und kontrolliert eine der wichtigsten Energiepassagen der Welt. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) teilte mit, das US-Militär habe beobachtet, wie die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) Raketen mit Seeminen ausrüste, um diese in den Schifffahrtskanal abzufeuern. Erst letzte Woche hatte das Zentralkommando bekannt gegeben, die Minenräumungsarbeiten auf den internationalen Wasserwegen der Straße abgeschlossen zu haben. Angesichts iranischer Vorwürfe wies das Zentralkommando diese als „aggressiven Akt“ zurück und betonte, es habe sich um eine „begrenzte, präzise Aktion“ gegen eine „unmittelbar drohende Minenbedrohung“ gehandelt. Die Revolutionsgarde bestätigte den Angriff, meldete dabei Verluste und kündigte umgehend eine unter dem Codenamen „Bestrafung der Aggressoren“ geführte kombinierte Raketen- und Drohnenoperation an. Ziel waren die Hussein Air Base und die Azraq Air Base in Jordanien; zerstört wurden laut Angaben technisches Wartungsgerät und Bereiche für die Stationierung von Kampfjets. Das jordanische Militär meldete den Abschuss von acht Raketen. US-Medien berichteten zudem von iranischen Angriffen auf Ziele in den VAE, was von den VAE jedoch dementiert wurde.
2. Trump kündigt weitere Angriffe auf Iran an: US-Präsident Trump hat am Montag versprochen, Iran weiterhin zu attackieren und will den in letzter Zeit auf eine „wirtschaftliche Pattsituation“ reduzierten Konflikt wieder zu einem offenen Krieg eskalieren lassen. „Wir werden richtig hart zuschlagen“, sagte Trump vor Reportern, „es wird eine Antwort geben.“
3. Walsch: G20 erklärt Wendepunkt von „globaler Ersparnisflut“ zu „Investitionsboom“ Am Montag erklärte der Fed-Vorsitzende Walsch beim G20-Finanzminister- und Zentralbank-Gouverneure-Treffen in Asheville, North Carolina, die Welt erlebe derzeit eine Welle sprunghaft steigender Investitionen, was dem globalen Wirtschaftswachstum neuen Schwung verleihe. Das vorherige Szenario eines „globalen Ersparnisüberhangs“ durch das Fehlen von Anlagemöglichkeiten sei nun umgekehrt.
4. Indiens BIP wächst im zweiten Quartal deutlich stärker als erwartet: Nach den am Montag veröffentlichten Daten des indischen Ministeriums für Statistik und Programmumsetzung (MoSPI) ist das reale BIP Indiens im ersten Quartal des Fiskaljahres 2026 (April bis Juni 2026) im Jahresvergleich um 7,8 % gestiegen. Damit wurde die allgemeine Markterwartung von rund 7,1 % und die frühere Prognose der Reserve Bank of India (RBI) von 7 % klar übertroffen.
5. Bassent widerspricht seinem Mentor aus der Ferne: Angesichts von Zweifeln am markteingreifenden Verhalten des Finanzministeriums zeigte sich Bassent in einem Interview mit CNBC am Montag (31. August, während der G20-Aktivitäten) unbeirrt. „Er ist ein brillanter Investor, aber er ändert oft seine Meinung und mag keine Verluste. Ich denke, er hat wahrscheinlich gleich am Tag der Veröffentlichung seines Leitartikels Geld verloren“, kommentierte Bassent die pointierte Analyse „Let the Bond Market Speak“ von Druckenmiller im Wall Street Journal. Bassent reklamierte Erfolge für sich: Der jüngste Erfolg der US-Staatsanleihen sei gerade auf diese Aktion des Finanzministeriums zurückzuführen. Er führte die Differenz auf ein unterschiedliches Tempo zurück: „Hedgefonds-Manager beschleunigen gern alles“, während seine Aufgabe als Finanzminister sei, „alles zu verlangsamen“. Sein Ziel sei es, Marktteilnehmer zu verdeutlichen, dass der Markt kein Selbstläufer sei – man solle „auf die Fundamentaldaten achten und der Markt darf keine politischen Entscheidungen diktieren“.
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