September-Zinserhöhung muss nicht unbedingt negativ sein? Analyse: Nach der ersten Anhebung sind die Verluste an den US-Aktienmärkten begrenzt, und die Rendite nach einem Jahr übertrifft das normale Niveau.
Laut einer Analyse von MarketWatch hatte die erste Zinserhöhung durch die Federal Reserve historisch gesehen meist nur kurzfristige Auswirkungen auf den US-Aktienmarkt. Die durchschnittliche Rendite des S&P 500 lag drei und zwölf Monate nach einer Zinserhöhung im positiven Bereich, wobei die Zwölfmonatsrendite sogar über dem langfristigen Durchschnitt lag. Daher könnten die Sorgen des Marktes über eine Zinserhöhung im September überbewertet sein. Die tatsächliche Entwicklung des Aktienmarktes hängt vielmehr von der wirtschaftlichen Lage und den Unternehmensgewinnen ab als von der reinen Zinspolitik.
Die Sorge des Marktes über eine Zinserhöhung der US-Notenbank im September könnte die tatsächlichen Auswirkungen auf die US-Aktien überbewerten.
Laut einer Analyse von MarketWatch zeigen historische Daten, dass die erste Zinserhöhung nach dem Ende eines Zinssenkungszyklus der US-Notenbank meist nur kurzfristige Störungen verursacht. Der S&P 500 Index erlebt um die erste Zinserhöhung herum typischerweise eine etwa einmonatige Schwächephase, stabilisiert sich aber anschließend wieder; drei Monate nach der Zinserhöhung erzielt er im Durchschnitt eine positive Rendite, und die durchschnittliche Rendite nach zwölf Monaten liegt sogar über dem langfristigen Marktniveau.
Derzeit setzen die Märkte mehrheitlich darauf, dass die US-Notenbank auf ihrer Sitzung am 15. bis 16. September die Zinsen erhöht. Diese Erwartung ist bereits teilweise in der jüngsten Entwicklung der Aktienmärkte reflektiert. Aus historischer Sicht gilt jedoch: Das, worauf der Markt wirklich achten sollte, ist möglicherweise nicht die Zinserhöhung selbst, sondern die dahinterstehenden wirtschaftlichen Signale.
Erfolgt eine Zinserhöhung in einem Umfeld, in dem die Wirtschaft noch widerstandsfähig ist und die Unternehmensgewinne weiter wachsen, muss der Bewertungsdruck durch steigende Zinsen nicht unbedingt den Trend an den Aktienmärkten umkehren. Deshalb bedeutet selbst eine planmäßige Zinserhöhung der US-Notenbank im September nicht automatisch, dass die US-Aktien in eine Phase anhaltender Verluste eintreten.
Die Richtung der Zinssätze ist nicht entscheidend – die wirtschaftlichen Signale im Hintergrund sind wichtiger
Der Grund, warum die erste Zinserhöhung nicht zwangsläufig einen dauerhaften Abwärtsdruck auf die Aktienmärkte ausübt, liegt im jeweiligen wirtschaftlichen Umfeld.
Wenn die US-Notenbank den Zyklus der Zinserhöhung wieder aufnimmt, bedeutet das meist, dass die Wirtschaft noch eine gewisse Widerstandskraft hat oder die Risiken von Inflation und Überhitzung steigen. Mit anderen Worten: Zinserhöhungen erfolgen oftmals in einer Phase, in der die Wirtschaft höhere Zinssätze noch verkraften kann. Solange Wachstum und Unternehmensgewinne nicht zugleich deutlich zurückgehen, ist der Anstieg der Finanzierungskosten und der Bewertungsdruck durch die Zinserhöhung nicht unbedingt stark genug, um den Trend am Aktienmarkt umzukehren.
Im Vergleich dazu sind die Signale, die von der ersten Zinssenkung ausgehen, komplexer. Eine Zinssenkung kann zwar die Finanzierungskosten senken und die Liquidität verbessern, signalisiert aber häufig auch, dass das Wirtschaftswachstum bereits deutlich nachgelassen hat oder sogar eine Rezession droht. In diesem Fall kann die gegenläufige Entwicklung der Unternehmensgewinne den Vorteil der Zinssenkung zunichte machen.
Historische Daten zeigen außerdem, dass die durchschnittliche Rendite des S&P 500 Index nach der ersten Zinssenkung niedriger ausfällt als nach der ersten Zinserhöhung. Allerdings ist dieser Unterschied auf Basis eines statistischen 95%-Konfidenzniveaus nicht signifikant und daher für Timing-Strategien nicht aussagekräftig.
Letztendlich entscheidet nicht das einzelne Kriterium „Zinserhöhung oder Zinssenkung“ über die Entwicklung der Aktienmärkte, sondern die wirtschaftlichen Fundamentaldaten hinter den Zinsänderungen. Erfolgt eine Zinserhöhung in einem widerstandsfähigen wirtschaftlichen Umfeld, muss der Markt nicht übermäßig pessimistisch sein; ist dagegen eine Zinssenkung eine Reaktion auf rapide wirtschaftliche Schwäche, bedeutet niedrigere Zinsen nicht automatisch eine bessere Entwicklung der Aktienmärkte.
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