Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen steigt auf 4,8 %; der Dividendenvorteil von Versorgungsunternehmen ist dahin. Eine Erholung des Sektors hängt von einer Stabilisierung der Zinssätze statt von technischen Signalen ab.
Mit dem anhaltenden Anstieg der US-Anleiherenditen erlebt der US-Versorgungssektor eine deutliche Korrektur – der Renditeanstieg untergräbt nicht nur die relative Attraktivität der Dividenden dieses Sektors, sondern erhöht auch die Finanzierungskosten in den kapitalintensivsten Branchen dieses Marktes.
Wie das Zhihu Finance APP berichtet, erlebte der US-Versorgungssektor eine deutliche Korrektur, da die Renditen von US-Staatsanleihen weiter steigen – der Anstieg der Renditen schmälert nicht nur die relative Attraktivität der Dividenden dieses Sektors, sondern erhöht auch die Finanzierungskosten für die kapitalintensivsten Branchen dieses Marktes. Laut ausländischen Medienberichten basierend auf Marktdaten notieren derzeit nur etwa 25 % der Versorgungswerte im S&P 500 über ihrer 200-Tage-Linie – das ist der niedrigste Anteil seit Februar 2024 und bedeutet einen massiven Rückgang gegenüber den etwa 90 % im Juli.
Dieser technische Indikator wird weitgehend verfolgt und misst die Trendstärke durch den Vergleich des aktuellen Kurses einer Aktie mit dem durchschnittlichen Schlusskurs der letzten 200 Handelstage. Ein aktueller Wert nahe 25 % zeigt, dass die Schwäche des Sektors inzwischen auf die meisten Komponenten ausgedehnt ist, aber der Indikator an sich bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Kurse den Boden bereits erreicht haben.
Daten zeigen, dass der Versorgungssektor bis Februar im laufenden Jahr um 11,5 % zugelegt hatte, das Jahresplus aber auf etwa 2,3 % zusammengeschmolzen ist. Zum Vergleich: Der S&P 500 insgesamt ist seit 2026 um über 11 % gestiegen, womit der Versorgungssektor voraussichtlich das schwächste Ergebnis seit 2023 erreichen könnte.
Für Investoren stellt die aktuelle Verkaufswelle einen Zielkonflikt zwischen verbesserten Bewertungen und einem verschlechterten Marktumfeld dar. Auch wenn der Sektor mit defensiven Gewinnen, stabilen Dividenden und langfristigem Wachstumspotenzial – angetrieben durch steigenden Strombedarf, einschließlich Rechenzentren – punktet, könnten anhaltend hohe Zinssätze die Aktienkurse weiterhin unter Druck setzen, die Kreditkosten erhöhen und US-Staatsanleihen als Einkommensquelle attraktiver machen.
Berichten zufolge ist die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen jüngst auf etwa 4,8 % gestiegen und hat sich seit Anfang März um über 80 Basispunkte erhöht. Die Renditen von Anleihen und ihre Preise bewegen sich entgegengesetzt.
Daten zeigen, dass die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen derzeit etwa 1,84 Prozentpunkte über der Dividendenrendite des S&P 500-Versorgungssektors liegt. Dieser Abstand erreichte im Juli 2 Prozentpunkte und steht aktuell nahe dem größten Wert seit 2007.
Dieser Vergleich ist entscheidend, denn Investoren kaufen traditionell regulierte Versorgeraktien wegen ihres relativ vorhersehbaren Gewinns und ihrer Dividendeneinkünfte. Bieten risikolose Staatsanleihen jedoch höhere Renditen, sinkt die Bereitschaft der Anleger, die Volatilität am Aktienmarkt und unternehmensspezifische Risiken von Versorgern in Kauf zu nehmen.
Steigende Marktzinsen wirken sich auch direkt auf die Fundamentaldaten der Unternehmen aus. Versorgungsunternehmen sind meist stark verschuldet, um Kraftwerke, Stromnetze und andere Infrastrukturen zu bauen – ihre Rentabilität und die Investitionspläne reagieren besonders empfindlich auf Finanzierungskosten.
Zu Jahresbeginn profitierte der Sektor noch von der Nachfrage nach defensiven Anlagen und optimistischen Erwartungen an steigenden Stromverbrauch. Doch im ersten Halbjahr trieben steigende Energiepreise und Inflationssorgen die Anleiherenditen nach oben, sodass der Großteil der Gewinne wieder aufgezehrt wurde. In dieser Zeit legte der S&P 500-Versorgungsindex um 7,7 % zu und blieb damit hinter der Gesamtperformance des S&P 500 mit 10,2 % Gesamtrendite zurück.
Jüngste technische Überverkaufssignale könnten Gegenbewegungs-Investoren anlocken, doch beschreibt „überverkauft“ eher einen Zustand des Preis-Momentums als eine Garantie für einen Rebound. Ob sich der Sektor längerfristig erholen kann, hängt wesentlich davon ab, ob sich die US-Anleiherenditen stabilisieren und ob das Gewinnwachstum der Versorgungsunternehmen den steigenden Kapitalkosten entgegenwirkt – nicht allein an Charttechnik.
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