Der schwächelnde US-Dollar stützt Edelmetalle, während Bewehrungsstahl weiterhin in einer breiten Seitwärtsrange schwankt.
Quelle: Guosen Futures
Analysebericht
[Edelmetalle]
Am Mittwochabend zeigten Gold und Silber eine volatile Stärke. Der führende Goldkontrakt an der New York Stock Exchange stieg um 1,07 % und schloss bei 4.447,2 US-Dollar pro Unze; der Hauptkontrakt für Gold an der Shanghai Stock Exchange kletterte um 0,62 % auf 956,04 Yuan pro Gramm. Der führende Silber-Kontrakt an der New York Stock Exchange legte deutlich um 2,34 % zu und schloss bei 67,925 US-Dollar pro Unze; der Hauptkontrakt für Silber an der Shanghai Stock Exchange stieg parallel um 2,40 % auf 16.529 Yuan pro Kilogramm.
Auf Nachrichtenseite: Der US-Dollar-Index fiel am dritten Handelstag in Folge und schloss mit einem Minus von 0,06 % bei 98,78. Damit entstand durch den Wechselkurskanal eine Unterstützung für Edelmetalle. Im Fokus des Marktes stehen aktuell die US-Staatsanleihen. Das US-Finanzministerium gab bekannt, dass am Donnerstag Rückkäufe von Langläufern bis zu 6 Milliarden US-Dollar geplant sind; das Volumen konnte die Staatsanleihen jedoch nicht stützen. Die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen stieg vielmehr um über 5 Basispunkte auf 4,849 % und erreichte ein Dreijahreshoch, während die zweijährige Rendite um mehr als 3 Basispunkte auf 4,442 % anzog.
Die Rendite langlaufender Staatsanleihen und Edelmetalle steigen synchron, was zeigt, dass die Marktpreisbildung sich von der reinen Zinsdrückung zu einer Sorge um die Haushaltsbonität verschoben hat. Daten des World Gold Council zeigen, dass globale Gold-ETFs im August Zuflüsse von 18 Milliarden US-Dollar verzeichneten und damit das zweithöchste monatliche Ergebnis aller Zeiten erzielten – die Nachfrage institutioneller Investoren ist stark.
Zu den Daten: Die wöchentliche Änderung der ADP-Beschäftigungszahlen betrug für die Woche bis zum 22. August in den USA 12.000 Personen, was ein weiteres Zeichen für eine Abkühlung des Arbeitsmarktes darstellt. Das Congressional Budget Office erwartet für August ein Haushaltsdefizit von 168 Milliarden US-Dollar, der fiskalische Druck hält an. Geopolitisch hat die Eskalation der Kampfhandlungen zwischen USA und Iran den Brent-Ölpreis über 100 US-Dollar pro Barrel getrieben; hohe Ölpreise verstärken über den Inflationskanal die Erwartung von Zinserhöhungen und setzen Edelmetalle weiterhin unter Druck.
Kurzfristig stützen der schwache US-Dollar und Sorgen um die US-Staatsanleihe-Bonität Gold und Silber, aber die hohen Renditen bei Langläufern wirken weiterhin bremsend. Die US-CPI-Daten für August, die am 11. September veröffentlicht werden, stellen dabei eine entscheidende Variable dar. Operativ wird zu einer schwankungsorientierten Strategie geraten, mit kleinen Positionen teilnehmen und bestehende Positionen gut absichern; Impulskäufe und -verkäufe sollten vermieden werden. Aus technischer Sicht liegt der Referenzbereich für den Hauptkontrakt für Gold an der Shanghai Stock Exchange bei etwa 940–980 Yuan pro Gramm, für den Hauptkontrakt für Silber bei etwa 16.000–17.500 Yuan pro Kilogramm.
[Bewehrungsstahl]
Am Mittwochabend eröffnete der Januar-2027-Bewehrungsstahl-Kontrakt auf niedrigem Niveau und bewegte sich volatil schwächer, schloss bei 3.142, was einen Rückgang um 22 bedeutet, ein Minus von 0,7 %. Der Margendruck bei den Stahlwerken bleibt hoch, die Drosselung der Produktion schreitet weiter voran, das Angebot an Stahl wird weiter eingeschränkt. Die sozialen Lagerbestände gehen weiterhin leicht zurück, das absolute Bestandsniveau bleibt jedoch hoch. Mit dem Temperaturrückgang verbessern sich die Bedingungen auf den Baustellen weiter, die „Goldene September“-Hochsaison geht allmählich voran, Infrastrukturprojekte werden stetig durchgeführt, aber die Spotverkäufe bei Baustahl zeigten täglich eine gewisse Divergenz, die Nachhaltigkeit ist noch zu beweisen. Die Endnachfrage verbessert sich marginal, bleibt aber insgesamt schwach, die Vorratserwartungen vor den beiden Feiertagen schwanken.
Nachts schwankten die Preise für Koks und Kohle stark, die Schwankungen der Rohmaterialkosten nahmen zu, was die Volatilität des Bewehrungsstahl-Kontrakts zusätzlich verstärkte. Die Hochsaison wurde noch nicht widerlegt, die Nachhaltigkeit der Endnachfrage im Spotmarkt bleibt jedoch abzuwarten – die vollständige Aktivierung der Hochsaison erfordert noch Zeit. Die Produktionsdrosselung bringt Unterstützung nach unten, aber die tatsächliche Nachfrage ist noch nicht deutlich gestiegen, das Aufwärtspotenzial ist deutlich begrenzt. Das Marktgeschehen bleibt von einem intensiven Tauziehen zwischen Bullen und Bären geprägt, das zu einer breiten Seitwärtsbewegung führt. Es ist ratsam, die Nachhaltigkeit der Endnachfrage bei Baustahl, das Tempo der Hochofen-Wiederinbetriebnahmen, die Entwicklung der Kohle- und Koksrohstoffmärkte sowie die Vorratsfreisetzung vor den Feiertagen genau zu beobachten.
Verantwortlicher Redakteur: Zhu Henan

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