Heute ist Sonntag und gleichzeitig das entscheidende Zeitfenster für den Wochen-K-Schluss. Während der asiatischen Sitzung ist die Liquidität insgesamt eher gering, sodass die Schwankungen in der Regel nicht groß ausfallen. Doch je näher der Wochenschluss rückt, desto deutlicher kann der Kampf zwischen Bullen und Bären um die Schlüsselniveaus werden.
Gestern, am Samstag, zeigte der Markt erneut einen typischen Short Squeeze in einem Umfeld niedriger Liquidität: Nach einem schnellen Anstieg am Nachmittag kehrte der Kurs schließlich wieder in die Nähe des Unterstützungsbereichs zurück. Dies zeigt, dass der Markt noch immer nicht aus der Seitwärtsstruktur ausgebrochen ist.
In den kommenden Tagen werden mehrere wichtige Ereignisse den Markt wirklich bestimmen.
Zuerst steht das FOMC-Meeting am 16. September an. Die Marktteilnehmer rechnen derzeit mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Sollte die Zinserhöhung tatsächlich erfolgen und die begleitende Erklärung weiterhin restriktiv ausfallen, könnten Risikoanlagen weiterhin unter Verkaufsdruck geraten. Sollte hingegen ein überraschend lockeres Signal erscheinen, könnte die daraus resultierende Erwartungslücke einen Short-Covering-Impuls auslösen und zu einer schnellen Erholung führen.
Gleichzeitig könnte die am 15. September anstehende prozedurale Abstimmung zum CLARITY Act ebenso die Stimmung am Kryptomarkt beeinflussen.
Das größte Risiko ist daher aktuell nicht einfach bullisch oder bärisch zu sein, sondern schnelle Ausschläge („Schnellschüsse“) und Fehlausbrüche, die durch eine Konzentration wichtiger Ereignisse und daraus resultierende Erwartungslücken verursacht werden.
₿ Bitcoin (BTC)
Meinung: Insgesamt Fokus auf Short-Positionen, bei schnellen Abwärtsbewegungen gezielt nach Einstiegsmöglichkeiten für Longs suchen.
BTC befindet sich aktuell im unteren bis mittleren Bereich der Seitwärtsrange. Das kurzfristige Momentum hat nachgelassen, aber es ist noch kein echter Trendbruch entstanden.
Auch die Marktstimmung kühlt sich ab. Der Fear & Greed Index ist von seinem zuletzt überhitzten Bereich in Richtung neutral gefallen. Das zeigt, dass nach anhaltender Seitwärtsbewegung die Bereitschaft der Investoren, FOMO-bedingt nachzukaufen, abnimmt.
Allerdings sorgen Institutionen sowie Spot-Kapital für eine weiterhin robuste Unterstützung auf der Unterseite. Daher ist es an der aktuellen Position wenig ratsam, direkt auf fallende Kurse zu setzen. Stattdessen sollte auf Bewegungen zu den Schlüsselniveaus gewartet werden.
Aktuell sind zwei Marken am wichtigsten:
Oben 81300 — der entscheidende Widerstand für einen neuen Aufwärtsimpuls.
Unten 76400 — die wichtigste Verteidigungslinie der aktuellen Seitwärtsrange.
Solange die 76400 nicht signifikant durchbrochen wird, bleibt die Seitwärtsrange intakt. Kommt es zu einem schnellen Ausreißer nach unten mit starker Nachfrage, kann sich sogar eine kurzfristige Trading-Gelegenheit ergeben.
Erreicht die Erholung den Bereich 78500—80000, sollte das Verhalten am Widerstand weiterhin genau beobachtet werden.
Support: 76400, 77000
Widerstand: 78500-79000, 80000
⟠ Ethereum (ETH)
Meinung: Insgesamt Fokus auf Short-Setups, bei raschem starken Rücksetzer jedoch ebenfalls Chancen für schnelle Long-Positionen.
ETH hat sich in den letzten beiden Tagen deutlich besser entwickelt als BTC, wobei der ETH/BTC-Kurs weiterhin an Stärke gewinnt.
Bei dieser eigenständigen Bewegung ist Folgendes besonders zu beachten:
Steigt das ETH/BTC-Verhältnis, profitiert ETH meist überproportional. Aber sobald es zu einer Korrektur kommt, fällt ETH in der Regel auch schneller als BTC.
Daher hat das Risiko-Chancen-Verhältnis für Longs am aktuellen Niveau bereits abgenommen.
Aus technischer Sicht hält sich ETH weiterhin über der 20-Tage-EMA, was eine gewisse mittelfristige Stärke signalisiert. Der RSI liegt bei ca. 63,6 – die Käufer überwiegen zwar, aber der Extrembereich ist noch nicht erreicht. Dadurch besteht kurzfristig weiteres Potenzial für Tests der oberen Widerstände.
Kommt es nach dem Test des Bereichs 2550—2610 zu einer sichtbaren Stagnation, sollte man vorsichtig hinsichtlich einer Korrektur auf hohem Niveau sein. Fällt ETH schnell auf 2500 oder gar in die Zone 2450—2460 mit erhöhtem Handelsvolumen und Käuferinteresse, bieten sich weiterhin kurzfristige Long-Chancen.
Support: 2500-2510, 2450-2460
Widerstand: 2550, 2580, 2610, 2660


