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Der Anstieg der Erdgaspreise ruft Besorgnis hervor und lässt die Zinserwartungen an die Europäische Zentralbank steigen.

Der Anstieg der Erdgaspreise ruft Besorgnis hervor und lässt die Zinserwartungen an die Europäische Zentralbank steigen.

智通财经智通财经2026/09/14 22:46
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  1. Entscheidungsträger der Europäischen Zentralbank erklärten am Montag, dass die Inflation im Euroraum letztlich höher ausfallen könnte als zuvor prognostiziert, da die jüngsten Entwicklungen bei den Energiepreisen, insbesondere der starke Anstieg der Erdgaspreise, Anlass zur Sorge geben. Bereits bei der Zinserhöhung in der vergangenen Woche hatte die EZB einige Inflationsprognosen angehoben, doch liegen die aktuellen Öl- und Gaspreise deutlich über dem in den Prognosen zugrunde gelegten "Basisszenario", was darauf hindeutet, dass der Preisdruck länger anhalten könnte.
  2. EZB-Direktoriumsmitglied Schnabel erklärte in Berlin, dass die Entwicklung der Energiepreise in letzter Zeit "ziemlich besorgniserregend" sei. Nicht nur der Ölpreis, sondern auch die Preise für raffinierte Ölprodukte wie Diesel steigen, und der für Europa besonders wichtige Erdgaspreis befindet sich ebenfalls auf einem sehr hohen Niveau. Die Prognose der EZB sieht für das Basisszenario einen Erdgas-Terminpreis im Dezember von 60,1 Euro je Megawattstunde, im negativen Szenario von 77 Euro – während der aktuelle Marktpreis bereits über 83 Euro liegt. Brent-Rohöl schloss am Montag mit 106,15 US-Dollar pro Barrel und liegt damit ebenfalls deutlich über der Annahme im negativen Szenario.
  3. Der Gouverneur der Nationalbank der Slowakei, Kazimir, erklärte, die Inflationsrisiken tendierten deutlich nach oben. Seine Aufmerksamkeit habe sich inzwischen von Öl- und Kraftstoffpreisen auf Gas- und Strompreise verlagert, und er rechne mit einer Beschleunigung der Lebensmittelinflation. Der Präsident der lettischen Zentralbank, Kazaks, sagte, die Argumente für eine weitere Straffung der Politik würden stärker; es könne nötig sein, dass die Zinsen in den restriktiven Bereich steigen und 2,50 % übersteigen, ohne dass dies eine unüberwindbare Hürde darstelle.
  4. Andere Entscheidungsträger hingegen äußern sich vorsichtiger und sind der Meinung, dass bei den einzelnen Sitzungen weiterhin ein schrittweises Vorgehen erfolgen und erst nach dem Vorliegen weiterer Belege weitere Zinsschritte signalisiert werden sollten. Staaten in Europa, die beim Heizen auf Erdgas angewiesen sind, haben ihre Gasspeicher diesen Sommer nicht rechtzeitig aufgefüllt. Sie hoffen auf eine Entspannung der Lage im Iran und fallende Preise. Da die Lagerbestände deutlich unter dem historischen Schnitt liegen, versuchen diese Länder nun, ihre Speicher aufzufüllen, was die Erdgaspreise auf ein Vierjahreshoch treibt – mit der Folge, dass sich die Strom- und Heizkosten für Haushalte und Unternehmen erhöhen und dadurch der Inflationsdruck insgesamt steigt.
  5. Die Zuwächse bei den Lebensmittelpreisen sind aktuell überraschend gering, doch mehrere ungünstige Faktoren wie Dürre in Europa, das El-Niño-Phänomen sowie der starke Preisanstieg bei Diesel und Düngemitteln dürften die Lebensmittelpreise in den kommenden Monaten antreiben. Diesel und Düngemittel sind Schlüsselfaktoren in der landwirtschaftlichen Produktion.
  6. Die nächste Sitzung der EZB findet am 29. Oktober statt. Die Finanzmärkte sehen die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung zu diesem Zeitpunkt bei rund 60 % und haben eine Zinserhöhung der EZB bis Jahresende bereits vollständig eingepreist.
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