Bericht: OpenAI erwägt, vor dem Börsengang eine Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von 1.2 Billionen US-Dollar durchzuführen
OpenAI steht in Kontakt mit Investoren für eine neue Runde der privaten Finanzierung, wobei eine Zielbewertung von 1,2 Billionen US-Dollar angestrebt wird – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 852 Milliarden US-Dollar vom März dieses Jahres. Berichten zufolge wurde der Kontakt von den Investoren initiiert und nicht von OpenAI selbst geführt. In der Zwischenzeit nehmen die Debatten über die Regulierung der KI-Sicherheit weiter zu. Altman unterstützt die Selbstregulierung der Branche und spricht sich gegen ein staatliches Eingreifen aus.
OpenAI hat erste Gespräche mit Investoren über eine neue Privatplatzierungsrunde aufgenommen und strebt dabei eine Bewertung von 1,2 Billionen US-Dollar an.
Am 15. September wurde berichtet, dass OpenAI mit großen Investoren über eine neue Finanzierungsrunde mit einer geplanten Bewertung von 1,2 Billionen US-Dollar verhandelt. Das wäre ein massiver Anstieg im Vergleich zur abgeschlossenen Finanzierungsrunde im März dieses Jahres, die mit 852 Milliarden US-Dollar bewertet wurde.
Dem Bericht zufolge wurden die Gespräche von den Investoren initiiert und nicht von OpenAI geleitet. Ob die aktuelle Finanzierungsrunde tatsächlich vorangetrieben wird und wann, hängt maßgeblich von den Börsenplänen des Unternehmens ab.
Altman erklärte am vergangenen Samstag, dass der Zeitpunkt für einen Börsengang in den USA derzeit "unangemessen" sei, und verschob das IPO-Fenster auf frühestens nach 2027. OpenAI hatte bereits im Juni dieses Jahres heimlich einen Börsenprospekt eingereicht, doch dann das Tempo für den Börsengang selbst wieder herausgenommen.
Wenn die neue Privatplatzierungsrunde zustande kommt, würde sie langfristigen Aktionären wie SoftBank und Thrive Capital weiterhin die Möglichkeit geben, ihre Beteiligungen auszubauen. Gleichzeitig bedeutet das für diese Investoren, dass sie noch länger auf die üppigen Gewinne aus einem IPO warten müssen.
Gleichzeitig äußerte sich Altman auch klar zum Thema KI-Sicherheitsregulierung und betonte, dass die Branche in der Lage sei, selbstständig für eine sichere Entwicklung zu sorgen, ohne dass ein externes Eingreifen erforderlich sei.
Hinter dem Bewertungssprung: Umsatzwachstum als zentraler Treiber
Die Grundlage für die neue, hohe Bewertung von OpenAI ist das zuletzt deutlich beschleunigte Umsatzwachstum.
Laut Berichten aus informierten Kreisen erreichte der jährliche Umsatz des Unternehmens im vergangenen Monat erstmals 40 Milliarden US-Dollar, nachdem GPT-5.6 im Juli veröffentlicht worden war – ein Anstieg von 20 Prozent im Vergleich zum Vormonat.
Zuvor verlief das Wachstum in den ersten sechs Monaten dieses Jahres eher moderat, während Konkurrent Anthropic die Gelegenheit nutzte und in einer neuen Finanzierungsrunde eine Bewertung von 965 Milliarden US-Dollar erzielte – und damit zeitweise OpenAI überholte.
OpenAI hat in diesem Monat mit Astra ein weiteres neues Modell eingeführt und seine Produktwettbewerbsfähigkeit damit weiter gestärkt.
Das Unternehmen erklärte, dass es in den vergangenen Jahren zwar erhebliche Kapitalbeträge verbraucht habe und allein im letzten Jahr Ausgaben von 34 Milliarden US-Dollar hatte. Doch nach dem Abschluss der März-Finanzierungsrunde verfüge es über ausreichende Reserven. Allerdings wird in den Berichten betont, dass das Unternehmen "Kapital benötigt" und das hohe Tempo des Kapitalverbrauchs weiterhin im Fokus steht.
Streit um Sicherheitsregulierung: Altman setzt auf Selbstregulierung der Branche
Während die Öffentlichkeit auf die Fortschritte bei der Finanzierung achtet, nimmt auch die Debatte um die Regulierung der KI-Sicherheit wieder Fahrt auf.
Anthropic CEO Dario Amodei veröffentlichte am vergangenen Samstag einen ausführlichen Beitrag, in dem er auf die potenziellen Risiken der KI-Technologie hinwies und forderte, die Entwicklung zu verlangsamen. Dies löste in der Branche umfassende Diskussionen aus und politische Entscheidungsträger sowie Branchenvertreter debattierten heftig, inwiefern die Regierung in die Regulierung eingreifen sollte.
Diese Woche äußerte sich Altman auf der Dreamforce-Konferenz in San Francisco im Gespräch mit Salesforce CEO Marc Benioff mit klarer Überzeugung zur Selbstregulierungsfähigkeit der Branche. Er sagte:
Ich habe größtes Vertrauen in unser Unternehmen und die gesamte Branche, diese Technologie sicher voranzutreiben.
Er erklärte außerdem, dass ihn die Art und Weise, wie die aktuelle Debatte geführt werde, "enttäuscht".
Bemerkenswert ist, dass OpenAI zwar mit Anthropic und Google DeepMind an Sicherheitsfragen arbeitet, Altman jedoch weiterhin der Ansicht ist, dass KI-Unternehmen in der Lage sein sollten, Sicherheits-Iterationen ihrer Modelle unabhängig – ohne obligatorische Eingriffe der Regierung – durchzuführen.
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