Das Interesse der Investoren wächst aufgrund der Expansion von AI-Datenzentren! Qualcomm (QCOM.US) Aktienkurs steigt auf ein Zweimonatshoch
Da Investoren zunehmend optimistisch auf Qualcomms Strategie für den Einstieg in die künstliche Intelligenz (AI) im Bereich der Datenzentrum-Infrastruktur schauen, erhält der Chip-Hersteller mehr Aufmerksamkeit.
Nach Informationen der German Finanzen-App erhält der Chiphersteller Qualcomm (QCOM.US) zunehmend Aufmerksamkeit, da Investoren immer optimistischer bezüglich seiner Strategie zum Einstieg in die künstliche Intelligenz (AI) Datenzentrum-Infrastruktur werden. Qualcomm schloss am Dienstag mit einem Plus von 4,25% bei 187,80 US-Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit zwei Monaten, auch im vorbörslichen Handel am Mittwoch stieg der Kurs leicht weiter an.
Letzte Woche kündigte Qualcomm eine generationsübergreifende Partnerschaft mit Amazon (AMZN.US) an, um gemeinsam skalierbare, maßgeschneiderte Chips für große AI-Datacenter bereitzustellen und im Bereich AI-Inferenz zu kooperieren. Darüber hinaus werden beide Unternehmen zusammen eine optische Verbindungslösung mit bis zu 1,6T Übertragungsrate sowie weitere Technologien der nächsten Generation entwickeln. Im Rahmen dieser langfristigen Vereinbarung könnte Amazon AI-Datacenter-Chips und verwandte Produkte von Qualcomm im Gesamtwert von bis zu 60 Milliarden US-Dollar erwerben.
Qualcomm stellt im Rahmen dieser Kooperation sogenannte „Warrants“ zur Verfügung. Das Unternehmen gewährt Warrants für 25 Millionen Aktien von Qualcomm zum Ausübungspreis von 161,26 US-Dollar je Stück (Amazon hat das Recht, zu diesem Preis zu kaufen), was einem Wert von 4 Milliarden US-Dollar entspricht und bis zum 3. September 2036 läuft.
Diese Kooperation bedeutet zweifellos einen wichtigen Erfolg für Qualcomm. Sie ist vor allem deshalb von Bedeutung, weil Qualcomm lange Zeit vor allem als Smartphone-Chiphersteller wahrgenommen wurde. Das Geschäft hing stark vom Smartphone-Markt ab, der im Vergleich zu AI-Datencentern langsamer wächst und zyklischerer Nachfrage unterliegt. Zudem sah sich Qualcomms Kerngeschäft mit Smartphones in den vergangenen Jahren aus diversen Gründen mit unausgewogener Nachfrage konfrontiert. Investoren werteten auch Qualcomms Abhängigkeit vom Geschäft mit Apple als Belastung, da Apple schon lange daran arbeitet, eigene Modems zu entwickeln.
Im Vergleich zu Nvidia, Broadcom und anderen Halbleiteraktien war Qualcomm bislang nur begrenzt an dem AI-Infrastruktur-Boom der hyperskalierenden Cloud-Anbieter beteiligt, der diese Aktien nach oben trieb. Daher hinkte der Qualcomm-Kurs im aktuellen AI-getriebenen Markt den meisten Halbleiterwerten hinterher.
Die Vereinbarung mit Amazon ändert dieses Narrativ, denn sie bringt Qualcomm nicht nur einen bedeutenden hyperskalierten Cloud-Partner, sondern auch einen klaren Weg raus aus der Abhängigkeit vom Smartphone-Geschäft und hin zu einer diversifizierteren Geschäftsstruktur. Jetzt richtet das Unternehmen den Fokus auf AI-Inferenz-Workloads, und sein Schwerpunkt auf energieeffiziente Verarbeitung könnte Qualcomm helfen, sich im Datencenterbereich zu etablieren und neues Interesse bei Investoren zu wecken.
Qualcomms Kooperation mit Amazon kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Im dritten Quartal sank der Umsatz um 4% auf 9,95 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn fiel von 2,67 Milliarden auf 2 Milliarden US-Dollar, unter anderem wegen einem Rückgang der Smartphone-Verkäufe um 20%, steigenden Kosten und durch die Lieferketten entstandenen Belastungen. Zudem gab das Unternehmen einen unter den Markterwartungen liegenden Ausblick für das vierte Quartal bekannt.
Laut Daten von Koyfin empfehlen aktuell von 37 Analysten 23 eine „Halten“-Bewertung für Qualcomm-Aktien, 11 raten zum „Kaufen“ oder einer besseren Bewertung, 3 empfehlen „Verkaufen“ bzw. schlechter. Der durchschnittliche Zielkurs liegt bei 194,13 US-Dollar, was gegenüber dem Schlusskurs des letzten Handelstages ein Wachstumspotenzial von 3,4% bedeutet.
Derzeit konzentriert sich Qualcomm mit seinen Ergebnissen weiterhin auf traditionelle Bereiche wie Smartphones, hat aber starken Transformationsbedarf hin zu boomenden Sektoren wie Datencentern. Qualcomm hat Nuvia und Alphawave übernommen und sich somit in den Bereichen maßgeschneiderte ASICs, Connectivity, AI-Beschleuniger und Server-CPUs für Rechenzentren aufgestellt.
Im Detail sind im Datencenterbereich Connectivity-Produkte die ersten, die zum Umsatz beitragen können. Alphawave, das durch Qualcomm übernommen wurde, besitzt bereits die Fähigkeit, SerDes-IP und 800G-Optik-DSPs zu produzieren, während die 1,6T-Produkte voraussichtlich zwischen 2026 und 2027 auf den Markt kommen werden. Das Geschäft mit maßgeschneiderten ASICs basiert ebenfalls auf der Akquisition von Alphawave Semi; diese Produkte sollen im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 eingeführt werden, was einen Schwerpunkt der neuen Vereinbarung mit Amazon darstellt.
Qualcomm hatte zuvor angekündigt, in den Datencenterbereich einzusteigen, woraufhin der Aktienkurs zeitweise über 250 US-Dollar stieg. Selbst nachdem das Management von Qualcomm Umsatzprognosen für die Geschäftsjahre 2027 bis 2029 für das Datencenter-Geschäft vorgelegt hatte, fiel der Kurs wieder auf rund 150-160 US-Dollar zurück. Schließlich hatte das Datencenter-Geschäft von Qualcomm noch keinen signifikanten Beitrag zum Umsatz geleistet, und der Markt blieb skeptisch. Die jetzt angekündigte Kooperation mit Amazon (inklusive Einkaufszusagen) wird zweifellos die „Sicherheit“ des Wachstums im Datencenter-Bereich erhöhen.
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