Neuer Report: BlackRock sieht Krypto als Geld der KI
Der Vermögensverwalter BlackRock befasst sich in einem neuen Bericht mit dem Zusammenspiel von KI und Kryptowährungen. Das zentrale Ergebnis ist, dass KI „eine unterschätzte Quelle für Nachfrage, Nutzen und Anwendungswachstum in der gesamten Wirtschaft der digitalen Vermögenswerte darstellen“ könnte. BlackRock befeuert damit ebenfalls das Narrativ von Bitcoin und Co. als Geld der KI-Agenten.
Was KI für Bitcoin und Krypto bedeuten kann
Mit dem rasanten Fortschritt von Künstlicher Intelligenz stellt sich zwangsläufig zunehmend die Frage, was das mittel- und langfristig für bestimmte Sektoren bedeuten könnte. Softwareunternehmen gelten dabei beispielsweise wegen der potenziellen Disruption als große Verlierer, während größere Durchbrüche im Biotech-Bereich erwartet werden.
Was den Krypto-Sektor betrifft, gibt es letztlich ein gemischtes Bild. Zum einen waren mehrere Hacks von DeFi‑Protokollen mithilfe von KI beobachtbar. Auch in der Infrastruktur rund um das Bitcoin-Netzwerk wurden in den vergangenen Monaten einige Schwachstellen ausgenutzt, was Schockwellen auslöste.
Andererseits wird auch schon seit Jahren darauf verwiesen, dass Bitcoin das Geld der KI werden könnte. KI-Agenten sind nämlich nicht ohne Weiteres in der Lage, eigenständig Bankkonten zu eröffnen. Sie brauchen aber ein digitales Geld, um gewisse Aufgaben zu bewältigen.
Anfang dieses Jahres rückte dieses Narrativ wieder in den Mittelpunkt, als KI-Agenten auf der Plattform Moltbook über Geld diskutierten und dabei offenbar zu dem Fazit kamen, dass Bitcoin für sie am besten geeignet sei – auch wenn der federführende Agent darauf gedrillt wurde, wie ein Bitcoin-Maximalist zu argumentieren.
Im Februar erschien schließlich eine Studie des Bitcoin Policy Institute (BPI), die diese These untermauern konnte. Dabei wurden verschiedenste KIs dazu befragt, welches Geld sie wählen würden, wobei Bitcoin und Stablecoins der klare Gewinner waren.
Auch der Milliardär Dan Morehead, Gründer von Pantera Capital, zeigte sich in einem Bloomberg-Interview zuversichtlich, dass KI-Agenten Kryptowährungen nutzen werden.
KI-Agenten werden nicht einfach die Straße hinunter zu einer Marmorbank mit ionischen Säulen gehen, dort ein normales Bankkonto eröffnen und mit Papiergeld Transaktionen durchführen. Sie müssen elektronisches Geld verwenden. Je einflussreicher KI-Agenten werden, desto mehr müssen sie Blockchain-Assets nutzen. Und das wird die Nachfrage nach Blockchain-Assets einfach weiter erhöhen. […] Die meisten KI-Agenten werden Krypto nutzen müssen, weil hinter ihnen keine Rechtsträger stehen werden, die für sie Bankkonten für Papiergeld eröffnen können.
Dan Morehead, Pantera Capital
Auch der Milliardär Dan Morehead (@Dan_Pantera), Gründer von @PanteraCapital, unterstützt die These, dass KIs Kryptowährungen nutzen werden und dass das die Adoption von Blockchain-Assets antreiben wird. 📈👀 pic.twitter.com/PXoakuhNsJ
— Blocktrainer (@blocktrainer) March 9, 2026
In einem neuen Report greift nun auch der Vermögensverwalter BlackRock dieses Thema auf und kommt dabei zu einem ähnlichen Fazit. Der Titel lautet übersetzt: „Die maschinennative Wirtschaft – Wie digitale Assets Intelligenz, Handel und Rechenleistung miteinander verbinden“.
BlackRock sieht KI als Nachfragequelle für Krypto
Zunächst stellen die BlackRock-Mitarbeiter Robert Mitchnick, Jay Jacobs, Will Su und William Helm heraus, dass KI und digitale Assets als Technologie zentrale Ähnlichkeiten haben.
Große Sprachmodelle unterteilen die menschliche Sprache in Token und kodieren diese numerisch, damit sie vom Modell interpretiert und verarbeitet werden können. Blockchains stellen in ähnlicher Weise wirtschaftliche Werte und Ansprüche als digitale Asset-Token dar, die für maschinell überprüfbare Übertragungen und Abwicklungen konzipiert sind. Die Funktionen unterscheiden sich zwar, doch beide Arbeitsabläufe wandeln reale Eingaben in Formate um, die Maschinen nativ verarbeiten können.
BlackRock
Oder mit anderen Worten:
KI steht für maschinennative Intelligenz, während digitale Vermögenswerte maschinennatives Geld darstellen.
Aus dem BlackRock-Report
Mit dem Aufkommen von KI-Agenten, die mit externen Tools und Infrastrukturen interagieren, gewinne dieser Zusammenhang zunehmend an Bedeutung, heißt es weiter. Die programmierbare Infrastruktur könne nämlich durch Blockchains bereitgestellt werden, sodass sich KI mit wirtschaftlicher Aktivität verbinden lässt.
Diese Fähigkeiten erweitern den Einsatzbereich der KI über die Erstellung von Inhalten hinaus hin zu Handlungen in der realen Welt, darunter das Tätigen von Einkäufen und das Auslösen von Finanztransaktionen.
Aus dem BlackRock-Report
BlackRock sieht Kryptowährungen demnach als potenziell wesentlichen Bestandteil der KI-Infrastruktur, der die Nachfrage nach Krypto-Assets anfachen könnte.
Der Aufstieg der agentenbasierten KI und von Maschine-zu-Maschine-Zahlungen wird voraussichtlich die Nachfrage nach Blockchains und anderen programmierbaren Zahlungsinfrastrukturen steigern. […] Mit der zunehmenden Verbreitung von KI und der steigenden Leistungsfähigkeit autonomer Systeme könnten digitale Vermögenswerte zu einem immer wesentlicheren Bestandteil der wirtschaftlichen Infrastruktur der KI werden und ihren Nutzen auf Stablecoins, tokenisierte realwertgedeckte Vermögenswerte (RWAs) sowie native Krypto-Vermögenswerte ausweiten, die eine Abwicklung über die Blockchain unterstützen.
Aus dem BlackRock-Report
In dem Report geht es außerdem um die Tokenisierung von Rechenleistung. Der Anspruch auf Rechenleistung könne über Blockchains handelbar gemacht werden und zu einem relevanten Markt anwachsen.
Welche Kryptowährungen werden profitieren?
BlackRock verweist in dem neuen Report explizit auf die Studie des BPI, laut der KI-Agenten Bitcoin bevorzugen. Ein Ergebnis der KI-Befragung war aber, dass Stablecoins bei Zahlungen leicht vorn liegen, während BTC den beliebtesten Wertspeicher darstellt. Entsprechend heißt es im BlackRock-Report:
Jüngste Forschungsergebnisse des Bitcoin Policy Institute stützen dieses Konzept vorläufig und zeigen, dass die Modellergebnisse in kontrollierten Simulationen im Allgemeinen Stablecoins für alltägliche Zahlungen und Bitcoin für die langfristige Werterhaltung bevorzugten. Diese Ergebnisse spiegeln zwar eher simulierte Modellreaktionen als beobachtetes Verhalten von Akteuren wider, deuten jedoch auf eine potenzielle KI-native Währungsarchitektur hin, in der Stablecoins als Transaktionsgeld und Bitcoin als Wertspeicher dienen.
Aus dem BlackRock-Report
Das bleibt damit auch die einzige Stelle, an der konkret von Bitcoin die Rede ist. Grundsätzlich konzentriert sich BlackRock bei der These nämlich neben tokenisierter Rechenleistung in erster Linie auf Stablecoins sowie die Blockchains, auf denen die mit Fiatwährungen gedeckten Krypto-Assets laufen.
Letztlich sind Stablecoins aber nicht nur wegen des stetigen Kaufkraftverlusts von Fiatwährungen ein imperfektes Geld. Sie sind auch nicht zensurresistent und konfiszierungssicher, wie immer wieder deutlich wird, wenn die USA beispielsweise USDT des Iran einfrieren lassen. Bei tokenisierten Assets gibt es derweil immer die Vertrauensproblematik.
Ob am Ende Bitcoin, Stablecoins oder gar tokenisierte Assets das Geld der KI-Agenten werden, der gesamte Krypto-Sektor könnte ein großer Profiteur der KI-Revolution sein. Und selbst wenn sich KI-Agenten gegen BTC als Transaktionsmedium entscheiden sollten, so könnten sie darin zumindest ihre Ersparnisse halten, wie die von BlackRock zitierte BPI-Studie nahelegt.
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