Das Kurs-Gewinn-Verhältnis beträgt nur das 3-fache, die Bewertung ist auf das Niveau der Finanzkrise gefallen! Die Finanzberichte von Samsung und SK Hynix stehen bevor – können sie den Abwärtstrend der Aktienkurse umkehren?
Samsung Electronics und SK Hynix stehen vor einer extremen Diskrepanz zwischen Rekordgewinnen und niedrigen Bewertungen – das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist auf etwa das Dreifache gefallen, während der Anteil ausländischer Investoren historisch niedrig ist. Institutionen sind der Ansicht, dass der Markt zu pessimistisch ist, da das Gewinnwachstum beider Unternehmen für die nächsten zwei Jahre praktisch gesichert scheint. Mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen in dieser Woche richtet sich der Fokus nun auf die Aussagen des Managements zu den langfristigen Lieferperspektiven und zur Ausschüttung an die Aktionäre, in der Hoffnung, einen Auslöser für eine Neubewertung der Aktienkurse zu erhalten.
Die Aktienkurse von Samsung Electronics und SK Hynix stecken in einer seltenen Divergenz fest: Rekordgewinne bei historisch niedrigen Bewertungen. Mit der Veröffentlichung der vollständigen Quartalsberichte beider Unternehmen in dieser Woche – SK Hynix am 28., Samsung Electronics am 29. – blickt der Markt gebannt auf potenzielle Auslöser für eine Trendwende und Kursanstiege.
Das koreanische Brokerhaus KB Securities wies in einem Researchbericht vom 26. Oktober darauf hin, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Samsung Electronics und SK Hynix jeweils auf etwa das Dreifache gesunken ist und der Anteil ausländischer Investoren auf den niedrigsten Stand seit der Finanzkrise 2008 gefallen ist. Kim Dong-won, Leiter der Forschungsabteilung von KB Securities, erklärte, "Beide Unternehmen befinden sich inzwischen in Bewertungsregionen, die einem historischen Finanzkrisen-Niveau entsprechen, wobei ein extremes Missverhältnis zwischen Gewinnen und Aktienkursen besteht." Gleichzeitig hat Goldman Sachs am 25. Oktober das 12-Monats-Kursziel für den KOSPI von 12.000 auf 9.000 Zähler deutlich gesenkt, jedoch darauf hingewiesen, dass die pessimistische Bewertung des Halbleitersektors mittlerweile massiv von den Fundamentaldaten abweicht.
Vor diesem Hintergrund könnte der Tag der Veröffentlichung der Finanzberichte zum entscheidenden Wendepunkt werden. Der Markt wird in dieser Woche nicht nur die tatsächliche Gewinnentwicklung beider Firmen prüfen, sondern vor allem darauf achten, ob das Management überzeugende Aussagen zur Nachhaltigkeit künftiger Gewinne, den Fortschritten bei langfristigen Lieferverträgen sowie zu Plänen für die Ausschüttung an Aktionäre trifft. SK Hynix bestätigte am Montag, dass am Mittwoch zusammen mit dem Quartalsbericht Maßnahmen zur Aktionärsbeteiligung veröffentlicht werden; allgemein wird erwartet, dass darunter eine Sonderdividende von 16 Billionen Won (rund 12,1 Milliarden US-Dollar) sein wird.
Rekord-Gewinnprognosen, Aktienkurse sinken jedoch um 30%
Samsung Electronics gab zu Monatsbeginn vorläufige Geschäftszahlen bekannt, wonach der konsolidierte Betriebsgewinn im dritten Quartal 2026 bei rund 107,4 Billionen Won lag – eine Steigerung um fast das Neunfache gegenüber dem Vorjahr und der erste Quartalsgewinn der Unternehmensgeschichte, der die Marke von 100 Billionen Won überschritt. Gleichzeitig ist dies das vierte Quartal in Folge mit einem neuen Allzeithoch. Die Konsensschätzung der Broker für den Betriebsgewinn von SK Hynix im dritten Quartal liegt bei 76,96 Billionen Won, was zusammen mit Samsung Electronics für das Einzelquartal einen Gewinn von mehr als 184 Billionen Won ergibt – über das Doppelte des Gesamtgewinns beider Unternehmen des Vorjahres (ca. 90 Billionen Won).
Der Hauptantrieb kommt aus dem Geschäft mit Speicherchips. Die Investitionswelle in KI-Infrastrukturen treibt die Nachfrage nach High Bandwidth Memory (HBM) weiterhin stark an. Gleichzeitig sorgt das knappe Angebot traditioneller DRAM- und NAND-Chips für steigende Preise und kurbelt die Gewinne der Chip-Sparten beider Unternehmen massiv an.
Allerdings zeigt sich der Markt von diesen "bereits angekündigten starken Ergebnissen" fast unbeeindruckt. In den letzten vier Wochen sind die Aktien beider Unternehmen jeweils um etwa 30% gefallen, was über 11 Millionen Privatanleger – davon Samsung Electronics etwa 7,97 Millionen, SK Hynix etwa 3,46 Millionen – große Verluste bescherte. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte Samsung Electronics bei 213.000 Won, ein Minus von 0,93% gegenüber dem Vortag; SK Hynix bei 1,28 Millionen Won, leicht im Plus mit 0,23%, im frühen Handel mit einem Hoch von 1,315 Millionen Won.

Bewertungen auf Finanzkrisen-Niveau, ausländische Investoren ziehen ab
Die Bewertungsauswertung von KB Securities zeigt das extreme Ausmaß dieser Divergenz. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Samsung Electronics und SK Hynix liegt aktuell bei jeweils etwa 3, und der Anteil ausländischer Investoren ist auf den niedrigsten Stand seit der Finanzkrise 2008 gesunken – Samsung Electronics bei 46,1%, SK Hynix bei 48,8%, deutlich unter ihren historischen Höchstwerten (Samsung Electronics 59,7% im Jahr 2001, SK Hynix 54,7% im Jahr 2024).
Daten von Goldman Sachs bestätigen diese Einschätzung aus einem makroökonomischen Blickwinkel. Laut von Bloomberg zusammengestellten Daten ist das 12-Monats-KGV des KOSPI auf rund 4 gefallen, 3 Standardabweichungen unter dem historischen Durchschnitt – ein in den vergangenen 18 Jahren auf milliardenschweren Märkten noch nie dagewesenes Tief, und nur halb so hoch wie der Wert des Jakarta Composite Index (KGV 8). Goldman Sachs stellt klar: "Der Markt preist ein übermäßig pessimistisches Fundamentaldatum ein" und sieht in den Halbleiterbewertungen eine implizite Erwartung eines Gewinnrückgangs von 65% bis 2027 – deutlich entfernt von den tatsächlichen Fundamentaldaten.
KB Securities sieht die fortlaufende Abwanderung ausländischer Investoren durch den seit Jahresbeginn anhaltenden Disput um die Rendite von KI-Investitionen bedingt, was sich zur Sorge um Finanzdruck und zurückgehende Investitionen im KI-Sektor ausgeweitet habe – beide Faktoren führen zu einem Einfrieren der Stimmung von Zuflüssen und Investoren.
Gewinne für die nächsten zwei Jahre "weitgehend gesichert", KI-Sorgen möglicherweise am Höhepunkt
Angesichts der pessimistischen Stimmung am Markt stellt KB Securities eine konträre, optimistische Langzeitprognose. Das Brokerhaus schätzt, dass der kombinierte Betriebsgewinn von Samsung Electronics und SK Hynix für 2026 bis 2027 bei 1571 Billionen Won liegen wird, etwa 2,1 Mal so viel wie der Gesamtgewinn beider Unternehmen zwischen 2000 und 2025 (748 Billionen Won). Für 2027 wird bei Samsung Electronics ein Betriebsgewinn von 555 Billionen Won erwartet, bei SK Hynix von 389 Billionen Won, was Zuwächsen von 51% bzw. 50% entspricht.
KB Securities geht davon aus, dass das Gewinnwachstum im kommenden Jahr weitgehend gesichert ist. Schätzungen zufolge sind 70% bis 80% der von beiden Unternehmen im nächsten Jahr geplanten Speicherchip-Produktion bereits durch Fünf-Jahres-Verträge mit großen internationalen Tech-Unternehmen (LTA) an Abnehmer gebunden. Prognosen zufolge wird der Durchschnittspreis von HBM im kommenden Jahr gegenüber diesem Jahr um 121% steigen.
Parallel dazu sieht KB Securities eine allmählich aufhellende Markstimmung. Citadel-CEO Ken Griffin, der dem KI-Sektor zuvor skeptisch gegenüberstand, zeigt sich nun zuversichtlich; Nvidia-CEO Jensen Huang sieht das Risiko eines Überangebots an Speicherchips bis 2029 als gering. KB Securities folgert, dass die Sorgen um den KI-Sektor ihren Höhepunkt überschritten haben und ein allmählicher Abbau folgt.
Die zwei Hauptpunkte zur Bilanzwoche: Zukunftsausblick und Aktionärsbeteiligung
Die Aufmerksamkeit des Marktes auf die Quartalsberichte dieser Woche geht weit über die Ergebnisse des dritten Quartals hinaus – der Kern liegt in zwei wesentlichen Aussagen des Managements.
Im Hinblick auf den Zukunftsausblick erwarten Investoren dringend Informationen zum Stand der HBM4 (sechste Generation HBM)-Lieferungen, zur Produktionsbereitschaft der HBM4E (siebte Generation) und zum Umfang sowie Anteil von Langzeitverträgen. Samsung Electronics gab im zweiten Quartalsbericht an, bereits fünf Long-Term Agreements (LTA) mit großen Rechenzentrums-Kunden geschlossen zu haben; SK Hynix meldet den Abschluss von mehrjährigen Verträgen mit etwa zehn Institutionen. Nun prüft der Markt, ob der Vertragsdeckungsgrad zugenommen hat und ob während der Zeit erhöhter Speicherchip-Lieferungen ab 2028 stabile Gewinne aufrechterhalten werden können.
Beim Thema Aktionärsbeteiligung warten beide Unternehmen auf Impulse für eine neue Kursrallye. Das Rückkaufprogramm von Samsung Electronics über 90 bis 110 Milliarden Won ist abgeschlossen; etwa 30 Billionen Won Cash-Dividende werden Ende dieses Quartals ausgezahlt, aber die weiteren Formen und das Volumen der Gewinnausschüttung werden wohl erst im Januar final bestimmt – der Markt hofft auf ein Signal zum künftigen Einsatz der verbleibenden Mittel im aktuellen Quartalsbericht.
Bei SK Hynix ist das Rückkaufprogramm über 40 Billionen Won bereits beendet, Investoren hoffen nun auf weitere Ausschüttungen. Laut der koreanischen Donga Ilbo unter Berufung auf Investmentbanken liegt der Nettogewinn aus dem Verkauf von Kioxia-Anteilen bei etwa 20 Billionen Won, von denen voraussichtlich rund 80% – also 16 Billionen Won – als Sonderdividende ausgeschüttet werden sollen. Laut Reuters hat SK Hynix dem Betreiber der Börse bestätigt, "verschiedene Maßnahmen zur Aktionärsbeteiligung" zu prüfen und plant die Bekanntgabe zusammen mit den Quartalszahlen am Mittwoch. Diese Nachricht führte zu einem Kursanstieg von SK Hynix um über 2% am Montag entgegen dem Markttrend. Kim Dong-won erklärte: "Die Nachhaltigkeit der Gewinnverbesserung und die Ausweitung der Aktionärsbeteiligung dürften die zentralen Auslöser für die Neubewertung der Aktienkurse sein."
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