Neuer Wachstumsmarkt für IP-Betreiber? Sanrio, das Mutterunternehmen von Hello Kitty, bringt eine Spielemarke auf den Markt
Sanrio kündigt die Gründung einer unabhängigen Spielemarke an und plant, in den nächsten drei Jahren zehn Spiele zu veröffentlichen, mit einer Gesamtinvestition von etwa 10 Milliarden Yen. Dies ist ein bedeutender Schritt des Hello Kitty-Mutterunternehmens, das damit seine IP-Strategie systematisch auf den Bereich der interaktiven Unterhaltung ausweitet.
Am Dienstag, den 21. April, gab die Sanrio Spielefirma bekannt, dass das erste Spiel der neuen Marke "Sanrio Games" im Herbst dieses Jahres als Konsolenspiel für Nintendo Switch und Switch 2 erscheinen wird, das zweite Spiel soll voraussichtlich vor März 2027 veröffentlicht werden.
Das Unternehmen teilte mit, dass in die Spiele sein „breites“ Charakter-Portfolio integriert wird und die Spieler in einer von Sanrio-Charakteren inspirierten Stadt eigene virtuelle Persönlichkeiten erschaffen können.
Das Spielegeschäft wird kurzfristig voraussichtlich Verluste machen, die Entwicklungskosten jedes Projekts liegen bei etwa 2 Milliarden Yen. Sanrio betonte jedoch, dass dieser erwartete Verlust keine wesentlichen Auswirkungen auf das konsolidierte Gesamtergebnis haben werde. Im Februar hatte Sanrio die Betriebsgewinnprognose für das Geschäftsjahr bereits um 7 % auf 75,1 Milliarden Yen angehoben – ein Indikator für das Vertrauen des Unternehmens in die grundlegende Marktnachfrage beim Ausbau neuer Geschäftsfelder.
Spiele-Expansion, schnellere Monetarisierung von IPs
Sanrios Einstieg in den Spielemarkt ist ein Spiegelbild der Bemühungen japanischer Rechteinhaber, ihre Einkünfte zu diversifizieren. Auch Unternehmen wie Bandai Namco Holdings und Nintendo verfolgen seit langem ähnliche Strategien und weiten ihre Marken und Charaktere in Spiele und andere Medienformate aus.
Laut dem mittelfristigen Managementplan hat Sanrio bereits die Entwicklung von mindestens sechs Spielen im Pipeline und investiert insgesamt rund 10 Milliarden Yen (umgerechnet etwa 62,9 Millionen US-Dollar) in Entwicklung und Marketing. Mehrere Spiele befinden sich derzeit in der Vorproduktion oder in vollem Entwicklungsprozess.
Der Markt bewertet die Perspektiven von Sanrios Spielegeschäft vorsichtig. Tomoaki Kawasaki, leitender Analyst bei Iwai Cosmo Securities, erklärt:
Gelingt es, ein populäres Spiel zu kreieren, könnte dies eine neue Wachstumslokomotive werden. Derzeit bleibt jedoch der Beitrag der Gaming-Erlöse zum Gesamtergebnis noch sehr begrenzt. Der Schlüsselfaktor ist, ob Sanrio dank seines starken IP-Portfolios wirklich attraktive Spielinhalte launchen kann.
Das Gaming-Geschäft ist nur eine von mehreren Initiativen von Sanrio zur Erweiterung der Monetarisierung ihrer Charaktere.
Im Filmbereich beschleunigt das Unternehmen parallel seine Aktivitäten. Ein Hello Kitty-Film soll im Juli 2028 weltweit starten und markiert damit das Hollywood-Debüt dieser IP.
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