Hat Intel das große Los gezogen? Apple prüft 18A-P, Google interessiert sich für EMIB, Tesla hat bereits 14A unterzeichnet
Das Foundry-Geschäft von Intel erlebt derzeit mehrere Durchbrüche auf verschiedenen Ebenen.
Am 28. April berichtete TrendForce, dass Apple Berichten zufolge erwägt, die M-Serie-Chips mit Intels 18A-P-Prozess fertigen zu lassen, während Google den Einsatz der fortschrittlichen EMIB-Packaging-Technologie von Intel im TPU v8e-Projekt prüft. Gleichzeitig hat Tesla bestätigt, dass sie den nächsten Intel 14A-Prozess für ihren Terafab AI-Komplex in Austin einsetzen werden.
Mehrere positive Signale verstärken die Narration der Wiederbelebung von Intels Foundry-Geschäft. Wie erwähnt, erklärte Intel-CEO Lip-Bu Tan in der Telefonkonferenz zum Quartalsbericht in der vergangenen Woche, dass die CPU-Nachfrage für Server mit der Expansion von Inferenz- und Agenten-KI wieder anziehe. Das Verhältnis von CPU zu GPU verschiebt sich von etwa 1:8 auf 1:1. Dieser strukturelle Wandel hat das Interesse an Intels Foundry-Plattform spürbar gesteigert.
Finanziell zeigen die aktuellsten Quartalszahlen, dass das operative Minus der Foundry-Sparte im ersten Quartal auf 2,4 Milliarden US-Dollar geschrumpft ist, eine Verbesserung um 72 Millionen US-Dollar im Vergleich zum Vorquartal. Hauptgrund ist die gestiegene Ausbeute.
Apple und Google prüfen laut Berichten die Intel-Plattform
Wie Medien unter Berufung auf Quellen aus der Lieferkette berichten, erwägt Apple, M-Series-Chips auf Intels 18A-P-Knoten zu bringen, und Google lotet den Einsatz der Embedded Multi-Die Interconnect Bridge (EMIB)-Technologie von Intel für das TPU v8e-Projekt aus. Entsprechende Produkte könnten frühestens 2027 auf den Markt kommen.
Es sei angemerkt, dass es sich bei diesen Informationen bislang um Medienberichte handelt und bislang weder Apple noch Google diese offiziell bestätigt haben. Ob entsprechende Prüfungen letztlich zu Aufträgen führen, bleibt ungewiss.
Dennoch ist allein der Bericht ein deutliches Signal. Analysen zufolge zwingt die rasant steigende globale Nachfrage nach KI-Chips Kunden dazu, eine zweite Bezugsquelle zu erschließen, was die strategische Rolle von Intels Foundry erheblich stärkt.
Für große Technologieunternehmen, die lange von nur einer Fertigungsquelle abhängig waren, wird die Diversifizierung der Lieferkette angesichts geopolitischer Spannungen und des Kapazitätswettbewerbs immer dringlicher.
Tesla unterschreibt für 14A, erster externer Kunde für Intel Foundry bestätigt
Im Gegensatz zur Prüfungsphase bei Apple und Google ist die Kooperation zwischen Tesla und Intel bereits bestätigt.
Laut Reuters erklärte Musk, dass Tesla den nächsten 14A-Prozess von Intel nutzen wird, um spezielle Chips für den Terafab AI-Komplex in Austin, Texas, zu produzieren.
Durch diese Kooperation wird Tesla zum ersten öffentlich bekannten externen Kunden des Intel 14A-Prozesses, was einen Meilenstein für die Kommerzialisierung von Intels Foundry-Geschäft darstellt.
Der Bericht hebt hervor, dass der 14A-Prozess als nächste Technologiestufe nach 18A gilt. Teslas frühe Zusage bringt Intel konkrete Aufträge und signalisiert dem Markt, dass der 14A-Technologie-Roadmap zunehmend Glaubwürdigkeit beigemessen wird.
18A-Ausbeute steigt, Kundenvalidierung der Chips angelaufen
Der 18A-Prozess ist der zentrale Pfeiler von Intels Wiederbelebungsstrategie für die Foundry. TrendForce zitiert Medienberichte, wonach bereits Kunden Test-Chips auf dem 18A-Knoten validieren, die wichtigsten Designprozesse sind abgeschlossen und die Entwicklung der verbesserten 18A-P-Prozess läuft parallel.
Intels CFO David Zinsner erklärte in der Finanz-Telefonkonferenz, dass die gesteigerte Ausbeute im ersten Quartal mehrere Fertigungsknoten – Intel 4, Intel 3 und 18A – umfasst und ein Hauptfaktor für die Verkleinerung des Verlusts der Foundry-Sparte war.
Bei der internen Serienfertigung setzt Intel sowohl im mobilen Flaggschiff-Prozessor Panther Lake als auch in der Server-CPU Clearwater Forest auf den 18A-Prozess.
Laut einem früheren Bericht von Tom's Hardware nahm Intel Ende 2025 in seiner Fertigungsanlage in Oregon die Kleinserienfertigung der Core Ultra 300-Serie "Panther Lake"-Wafer auf. Parallel wird in Fab 52 in Arizona die Massenproduktion vorbereitet.
Marktbeobachter stellen fest, dass die über den Erwartungen liegenden Fortschritte bei der 18A-Ausbeute sowie der PDK-Bereitschaft (Process Design Kit) das Vertrauen in das Foundry-Geschäft von Intel schrittweise wiederherstellen.
KI verändert CPU-Nachfrage grundlegend, strategischer Wert des Foundry-Geschäfts wird neu bewertet
Das potenzielle Wiedererstarken des Intel Foundry-Geschäfts steht in engem Zusammenhang mit den grundlegenden strukturellen Veränderungen im Bereich der KI-Computing-Architektur.
Lip-Bu Tan sagte in der Telefonkonferenz zum Quartalsbericht, dass mit dem Aufstieg von Agenten-KI, physikalischer KI und Edge-KI die CPU wieder das Herzstück für Steuerung und Koordination von KI-Systemen werde. Das CPU/GPU-Verhältnis strebe 1:1 an, was zu einer deutlichen Belebung der Server-CPU-Nachfrage führen dürfte.
Für Intels Foundry bedeutet dieser Trend: Die weltweite Explosion der KI-Chip-Nachfrage nötigt Technikkonzerne, Alternativen in der Fertigung zu erschließen. Mit technischen Fortschritten in 18A- und 14A-Prozessen positioniert sich Intel zunehmend als glaubwürdige Alternative zu TSMC.
Analysten sehen darin: Neben der internen Kapazitätsauslastung ist die Gewinnung externer Kunden der Schlüssel zur Erreichung profitabler Skalierung bei Intel Foundry. Von verbesserter Ausbeute über Kundenvalidierung bis hin zu Teslas Auftragsvergabe – die Kommerzialisierung von Intels Foundry-Geschäft schreitet genau auf diesem Weg voran.
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