Die US-Aktienmärkte verzeichnen häufig Sektorblasen, stehen jedoch insgesamt unter Druck. Rückgänge im AI-Segment werden durch Kursgewinne in anderen Sektoren ausgeglichen.
Quelle: Global Market Broadcast
In letzter Zeit zeigt der US-Aktienmarkt ein interessantes Phänomen: Obwohl die Künstliche Intelligenz und chipbezogene Sektoren starke Schwankungen erlebt haben und bei einigen Einzeltiteln die Blase geplatzt ist, liegt der S&P 500 Index insgesamt nur 1,6 % unter seinem historischen Hoch, und seine gleichgewichtete Version erreichte letzte Woche sogar ein neues Hoch. Dies deutet darauf hin, dass das Platzen lokaler Blasen keine systemischen Auswirkungen auf den Gesamtmarkt hatte.
In den vergangenen zehn Jahren hat der US-Aktienmarkt mehrere "Mini-Blasen" auf Sektorebene erlebt, darunter 3D-Druck im Jahr 2014, chinesische Aktien im Jahr 2015, Strategien mit niedriger Volatilität 2017-2018, Special Purpose Acquisition Companies und Clean Energy im Jahr 2021, Small Caps im Zusammenhang mit AI 2023-2026, Kryptowährungskonzepte sowie Aktien mit Trump-Bezug. Als Beispiel: Der Aktienkurs von SK Hynix fiel vom Hochpunkt aus zeitweise um 55 %, bis am Freitag eine Erholung einsetzte. Das Sportartikelunternehmen Allbirds hat nach der Umwandlung in ein KI-Unternehmen und der Namensänderung mehr als 85 % seines Börsenwertes verloren. Solche Sektor-Blasen wachsen oft binnen weniger Monate und platzen dann, wobei einzelne Aktien oder Teilsektoren Billionen von US-Dollar an Marktkapitalisierung verlieren.
Analysten sind der Meinung, dass die Häufigkeit solcher Blasen ihren Ursprung im lockeren monetären Umfeld, spekulativen Verhalten und der Jagd nach neuen technischen Entwicklungen hat. Seit der Finanzkrise 2007-2009 wurden diese Faktoren deutlich verstärkt. Die Quellen der Liquidität konzentrieren sich je nach Phase unterschiedlich: In den 2010er Jahren kam sie hauptsächlich von Zentralbankliquidität, nach 2020 nahm die staatliche Fiskalausgaben stark zu, und dieses Jahr zeigen die Finanzierungssalden und der deutliche Anstieg von Leveraged ETFs einen weiteren Schub. Handelsplattformen ohne Kommission und Gamification senken die Hürden für Aktien-Spekulation zusätzlich.
Diese Mini-Blasen haben keinen gravierenden Einfluss auf die Gesamtwirtschaft und das Finanzsystem, da sie vor allem nicht durch Schulden finanziert werden. Anleger erleiden zwar Verluste, aber das Finanzsystem als Ganzes bleibt stabil. Globale Makrostrategen betonen, dass das Bankensystem gesund ist und somit stets Kredit für die Entstehung neuer Blasen bereitstellt. Über die wirtschaftlichen Folgen von Kapitalfehlallokation besteht in der Wissenschaft Streit: Der schnelle Aufbau von Eisenbahnnetzen brachte große Verluste für Investoren mit sich, während eine langsamere, finanziell sinnvollere Bauweise Vor- und Nachteile bietet. Teile von Clean-Energy-Investitionen werden zwar als notwendige Kosten für den Klimawandel gesehen, aber gleichzeitig wird viel Kapital in spekulative Projekte wie Dogecoin und gescheiterte Special Purpose Acquisition Companies verschwendet.
Derzeit ist Vorsicht geboten, weil die Investitionsvolumen im Bereich künstliche Intelligenz gefährliche Ausmaße annehmen. In den kommenden vier Jahren sollen Investitionen in Rechenzentren auf 7 Billionen US-Dollar steigen; falls daraus keine ausreichend gesteigerte Produktivität resultiert, könnte dies der Wirtschaft ernsthaft schaden. Entscheidend ist zudem, dass der Anteil der Kreditfinanzierung bei KI-Investitionen steigt. Sollte sich der KI-Hype als Blase herausstellen, würde die Finanzsystemkrise nicht mehr auf einzelne Sektoren beschränkt bleiben – dann wäre der gesamte Markt betroffen.
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