Abschied vom Lenkrad: Tesla Cybercab zielt auf seine öffentliche Premiere im August in Austin
Tesla plant Berichten zufolge, den Cybercab – ein autonomes Taxi ohne Lenkrad und Bremspedale – frühestens im August in Austin der Öffentlichkeit vorzustellen. Die Einführung erfolgt in zwei Schritten: Zunächst dürfen Mitarbeiter auf öffentlichen Straßen mitfahren, wenige Tage später wird der Dienst in das Robotaxi-Angebot für die Allgemeinheit integriert. Das Unternehmen stellt zudem Fernbedienungs-Operatoren bereit, die in Notfällen eingreifen und die Fahrzeuge überwachen können. Es ist jedoch noch unklar, ob die behördliche Zulassung für das Fahrzeug bereits vorliegt.
Tesla beschleunigt die öffentliche Einführung seines lenkradlosen, autonom fahrenden Taxis Cybercab mit dem Ziel, diesen Monat in Austin an den Start zu gehen.
Laut einem aktuellen Bericht von Theinformation haben Insider enthüllt, dass Tesla intern den Mitarbeitern Pläne kommuniziert hat, den Cybercab bereits im August in Austin, Texas, der Öffentlichkeit vorzustellen. Das Fahrzeug verfügt weder über ein Lenkrad noch über ein Bremspedal und stellt den ersten speziell für den autonomen Fahrdienst Robotaxi entworfenen Fahrzeugtyp von Tesla dar.
Die Einführung erfolgt in zwei Schritten: Zunächst wird auf öffentlichen Straßen Tesla-Mitarbeitern ein Fahrdienst mit dem Cybercab angeboten, wenige Tage später wird dieser offiziell in den Robotaxi-Service für die Öffentlichkeit in Austin integriert.
Der interne Zieltermin für die öffentliche Präsentation ist derzeit Ende August, aber Insider meinen, dass sich der Zeitplan noch entsprechend der endgültigen Vorbereitungen anpassen könnte. Tesla hat eine Stellungnahme zu dieser Anfrage abgelehnt.



Videobild, Tesla Cybercab
Letzte Vorbereitungen vor dem Start
Tesla hat in den letzten Wochen mehrere entscheidende Vorbereitungsschritte abgeschlossen.
Seit Juni wurde Cybercab bei Testfahrten auf öffentlichen Straßen in mehreren US-Städten gesichtet, darunter Austin. Im Juli begann Tesla, Mitarbeitern Fahrten auf den privaten Straßen im Austin-Campus zu ermöglichen und Feedback zu sammeln – ähnlich wie im Vorfeld der ersten Robotaxi-Station in Austin im vergangenen Jahr.
Letzte Woche hat Tesla zudem in Austin für Rettungskräfte eine Notfallschulung durchgeführt, um ihnen beizubringen, wie sie bei Vorfällen mit dem Cybercab reagieren, z. B. wie das Fahrzeug im Bedarfsfall bewegt werden kann. Ein Sprecher der Stadt Austin hat dies bestätigt.
Was bedeutet ein Fahrzeug ohne Lenkrad?
Der Cybercab zählt zu den wenigen Fahrzeugen, die im öffentlichen Straßenverkehr komplett ohne Lenkrad und ohne Bremspedal unterwegs sind.
Die Kernbedeutung dieses Designs liegt darin: Wenn das autonome System versagt, kann kein menschlicher Fahrer im Fahrzeug übernehmen. Tesla gibt an, dass das Unternehmen mit Fernbedienungs-Operatoren ausgestattet ist, die in Notfallsituationen überwachen und das Fahrzeug übernehmen können.
Dies ist sowohl technisch als auch regulatorisch ein bedeutender Fortschritt. Zum Vergleich: Zoox, die Amazon-Tochter, erhielt erst im Juli 2024 von der US National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) die Genehmigung, mit ihren ebenfalls lenkrad- und pedal-losen Autos kommerzielle Personenbeförderung anzubieten – zuvor durften Zoox-Fahrzeuge nur kostenlose Probefahrten offerieren und nicht kostenpflichtig betrieben werden.
Aktuell ist unklar, ob Tesla bereits eine behördliche Zulassung erhalten hat und ob der Cybercab kostenpflichtig betrieben werden wird.
Beziehung des Cybercab zur bestehenden Flotte
Derzeit nutzt Tesla bei seinen Robotaxi-Diensten in Austin modifizierte Model Y Fahrzeuge, ausgestattet unter anderem mit selbstreinigenden Kameras und einer zweiten Kommunikationseinheit.
Laut Daten der Kraftfahrzeugbehörde von Texas sind derzeit 186 Tesla Model Y in Austin für den Robotaxi-Service registriert.
Als speziell entwickeltes Modell benötigt Cybercab keine zusätzlichen Modifikationen wie der Model Y, was theoretisch die Betriebskomplexität senken könnte. Es ist jedoch noch offen, ob Tesla plant, die gesamte Model Y-Flotte durch Cybercab zu ersetzen oder ihn als Ergänzung in den bestehenden Service zu integrieren.
Letzten Monat hat Tesla in Texas mit der Produktion des Cybercab begonnen, erklärte aber anschließend, dass im Jahr 2026 keine industrielle Massenproduktion zu erwarten sei. Musk erläuterte im Juli auf der Bilanzkonferenz, dass das Unternehmen aufgrund der neuen Plattform zunächst eigene Fahrdaten sammeln müsse, bevor der Cybercab im großen Stil eingeführt werden kann.
Kommerzialisierung ist weiterhin ein langer Weg
Musk positionierte den Cybercab und den Robotaxi-Service mehrfach als entscheidende Säulen für Teslas zukünftigen Umsatz, Gewinn und als Kern seiner AI-Strategie.
Doch die Realität zeigt: Die Unterschiede sind weiterhin erheblich.
Tesla hat im jüngsten Quartalsbericht im Juli offengelegt, dass sein Robotaxi-Service insgesamt 380.000 autonome Meilen zurückgelegt hat. Waymo hingegen hat seit dem Start des kommerziellen Betriebs im Jahr 2020 bereits über 220 Millionen autonome Fahrgastmeilen erreicht – das entspricht dem 580-fachen von Tesla.
Die Betriebskosten sind ebenfalls hoch. Tesla beschäftigt mehrere hundert Sicherheits-Operatoren zum Testen der Software, zur Systemoptimierung und zur Unterstützung im Fahrdienst im Bay Area. In neuen Märkten wie Miami hat Tesla allerdings begonnen, die Zahl der Sicherheits-Operatoren zu reduzieren und keine Mitarbeiter mehr auf den ersten Fahrten einzusetzen.
Was die Kapitalinvestitionen betrifft, hat Tesla die Ausgaben dieses Jahr gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt und knapp 5,8 Milliarden Dollar investiert, hauptsächlich in AI-Projekte. Musks Argument: Tesla sollte nicht als reiner Automobilhersteller gesehen werden – KI und autonomes Fahren sind die zentrale Zukunft des Unternehmens.
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