Intels nächste Server-Chip-Generation Diamond Rapids vorgestellt, setzt auf das Zeitalter der AI Agents
Intel hat auf der Hot Chips 2026 offiziell den nächsten Server-Prozessor Diamond Rapids präsentiert, der mit bis zu 256 P-Kernen und der neuen Fan-out Fabric-Architektur als zentrale Verkaufsargumente beworben wird. Das Produkt positioniert sich als Unternehmenslösung für AI Agent-Infrastrukturen und stellt sich damit dem zunehmend intensiven Wettbewerb mit AMD und Arm.
Diamond Rapids wird im Intel 18A-P-Prozess gefertigt und unterstützt bis zu 1,6 TB/s Speicherbandbreite, 128 PCIe Gen 6-Lanes sowie CXL 3.0, was im Vergleich zur vorherigen Xeon 6-Serie eine Steigerung der Kernanzahl um mehr als 50 % bedeutet. Intel-CEO Pat Gelsinger hat kürzlich angedeutet, dass die Produkt-Roadmap aufgrund des steigenden CPU-Bedarfs für AI Agent-Arbeitslasten möglicherweise beschleunigt werden könnte.

Der Auftritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Marktstruktur für Datenzentrum-CPUs rasant verändert. AMD bietet mit der EPYC Venice-Serie ebenfalls einen 256-Kern-"Zen 6"-Prozessor. Nvidia verfolgt eine duale CPU-Strategie für x86 und Arm, während Intel im Servermarkt unter massivem Druck von mehreren Seiten steht.
Neue Architektur: Fan-out Fabric revolutioniert Chipdesign
Die auffälligste technologische Neuerung von Diamond Rapids ist die Einführung der von Intel als "erster CPU mit Fan-out Fabric Architektur" bezeichneten Plattform. Die Architektur zerlegt die Prozessorfunktionen in vier Module: Scalable Compute Building Blocks, zentralisiertes I/O- und Speicher-Fabric Hub, einheitliches Speicher-Fabric sowie flexibles I/O-Fabric.
Physisch besteht der Chip aus insgesamt 22 separaten Dies, darunter 16 Core Chiplets mit Intel 18A-P-Prozess, 2 Fabric Hubs mit Intel 3-Prozess und 4 Base Tiles mit Intel 3-T-Prozess. Die Verbindung erfolgt über Foveros Direct 3D-Hybridklebung und UCIe-S Kupferverbindungen. Dieses Design ähnelt stark dem EPYC Venice-Ansatz von AMD, bei dem mehrere CPU-Chiplets um einen großen I/O-Die gruppiert sind.

Im Unterschied zu Granite Rapids trennt Diamond Rapids die Speichercontroller von den Compute-Chiplets und integriert sie eigenständig ins Fabric Hub. Dadurch wird eine flexiblere Skalierbarkeit ermöglicht. Jeder Compute Building Block enthält 16 Kerne und besitzt eine integrierte 3D-Xbar, die die Kerne mit dem Last-Level-Cache (LLC) auf den Base Tiles verbindet. Der gesamte Chip teilt sich einen LLC von 1,28 GB, wobei jedes Base Tile 320 MB bereitstellt.
Kernspezifikationen: 256 Kerne wie AMD, stark erhöhte Speicherbandbreite
Die maximale Konfiguration von Diamond Rapids umfasst 256 P-Kerne der Panther Cove-X-Architektur, die aus vier Compute Building Blocks mit jeweils vier Core Chiplets zusammengesetzt werden. Dies verdoppelt die Kernanzahl gegenüber Xeon 6 (maximal 128 Kerne) und entspricht der Obergrenze von AMD EPYC Venice mit 256 Kernen.
Im Speicherbereich unterstützt Diamond Rapids ein 16-Kanal-Design. Mit MRDIMMs sind Geschwindigkeiten von bis zu 12800 MT/s möglich, Standard-DDR5 erreicht bis zu 8000 MT/s und eine maximale Speicherbandbreite von 1,6 TB/s. Für I/O bietet der Chip 128 PCIe Gen 6-Lanes und unterstützt CXL 3.0, was für speicher- und netzwerkintensive Szenarien ausreichend Kapazität bietet. Zusätzlich werden die neue Advanced Performance Extensions (APX) und verbesserte Advanced Matrix Extensions (AMX) eingeführt, um AI-Inferenz und Matrixberechnungen zu beschleunigen.
Beachtenswert ist, dass Diamond Rapids kein Hyper-Threading (SMT) unterstützt, diese Funktion aber mit dem Nachfolgeprodukt Coral Rapids zurückkehren wird. Das System verwendet ein LGA 9324-Gehäuse mit einer maximalen TDP von bis zu 650 W.

Produkt-Roadmap: Coral Rapids wird beschleunigt, Nvidia Custom-SKU in Entwicklung
Im Produktplan folgt nach Diamond Rapids der Coral Rapids-Prozessor, der voraussichtlich Mitte 2028 erscheint. Dieser wird SMT-Unterstützung wieder einführen und eine 8-Kanal-Speicherplattform verwenden. Laut Pat Gelsinger könnte der Zeitplan dieser Produktlinie aufgrund der steigenden Anforderungen von AI Agent-Arbeitslasten vorgezogen werden. Bemerkenswert ist, dass Intel ursprünglich eine 8-Kanal-Version von Diamond Rapids plante, diese aber letztlich zugunsten der 16-Kanal-Version aufgab.
In Bezug auf Partnerschaften arbeitet Intel maßgeschneidert mit Nvidia zusammen: Ein Custom-x86-SKU mit NVLink-Schnittstelle ist aktuell in Entwicklung und soll direkt an Nvidia ausgeliefert werden. Das bedeutet, dass die Xeon-Architektur Teil von Nvidias CPU-Diversifizierungsstrategie wird und Intel künftig im Datenzentrum-CPU-Markt direkt gegen Nvidia Vera und AMD Venice antritt.
Intels Kernstrategie basiert auf der Annahme, dass das AI Agent-Zeitalter den Stellenwert von Universal-Prozessoren in AI-Infrastrukturen erneut steigert und damit dem Xeon-Segment größere Marktchancen eröffnet. Ob diese Annahme aufgeht, wird wesentlich vom Produktionszeitplan und der tatsächlichen Auslieferungsleistung von Diamond Rapids abhängen.
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