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Kupferpreise erreichen erneut ein Allzeithoch, globale Kupferminenversorgung wird schwächer erwartet: Morgan Stanley senkt Produktionsprognose, Produktion könnte erstmals seit 2017 jährlich zurückgehen

Kupferpreise erreichen erneut ein Allzeithoch, globale Kupferminenversorgung wird schwächer erwartet: Morgan Stanley senkt Produktionsprognose, Produktion könnte erstmals seit 2017 jährlich zurückgehen

华尔街见闻华尔街见闻2026/09/08 16:22
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Der Kupferpreis hat erneut ein Allzeithoch erreicht, wobei die Erwartung einer angespannten Angebotsseite zu einer wichtigen Stütze der Marktentwicklung wird.

Am 8. September erreichte Kupfer mit einer dreimonatigen Laufzeit an der London Metal Exchange (LME) im Tagesverlauf 14.694 US-Dollar pro Tonne, ein neuer Rekordwert. Der Schlusskurs lag bei 14.673 US-Dollar, ein Anstieg von 1,5 % gegenüber dem Vortag. Mit dem Durchbruch des vorherigen Hochs zogen auch Minenaktien an: Freeport-McMoRan stieg zwischenzeitlich um über 7 %, womit das Plus seit Jahresbeginn auf rund 44 % anwuchs.

Besonders bemerkenswert ist, dass sich die Prognosen für das weltweite Kupferminenangebot verändern. JPMorgan hat seine frühere Prognose für das Wachstum des weltweiten Minenangebots auf nahezu unverändert oder sogar leicht rückläufig nach unten korrigiert. Sollte dies eintreffen, könnte die weltweite Kupferminenproduktion erstmals seit 2017 wieder auf Jahresbasis zurückgehen. Gleichzeitig hat Chile zum zweiten Mal in Folge seine Jahresproduktionserwartung gesenkt, und die durch potenzielle US-Zölle ausgelöste “Vorratskäufe” verschärfen die weltweiten Lagerbestandsverschiebungen zusätzlich.

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Kupferpreis auf Rekordhoch, Morgan Stanley senkt globale Angebotsprognose

Veränderungen auf der Angebotsseite werden zu einem wichtigen Katalysator für den Anstieg des Kupferpreises auf neue Rekorde.

Chile ist weltweit der größte Kupferproduzent, aber die Produktion steht zuletzt unter anhaltendem Druck. Die Kupferproduktion des Landes war im zweiten Quartal auf dem niedrigsten Stand seit mindestens 19 Jahren. Zum zweiten Mal in Folge wurde die Jahresprognose gesenkt, demnach soll die Jahresproduktion um 2,6 % zurückgehen. Vor diesem Hintergrund hat Morgan Stanley seine bisherige Einschätzung eines Wachstums des weltweiten Minenangebots revidiert und die Prognose auf nahezu unverändert oder leicht rückläufig gesenkt.

Sollte sich diese Prognose bewahrheiten, würde das weltweite Kupferminenangebot zum ersten Mal seit 2017 auf Jahresbasis zurückgehen. Auch der Chief Operating Officer von Anglo American, Ruben Fernandes, weist darauf hin, dass das Angebot letztlich steigen werde, aber die entscheidende Frage sei das Tempo der Erschließung neuer Kapazitäten.

Inzwischen sorgt die Aussicht auf mögliche US-Zölle für kurzfristige Missverhältnisse beim Angebot. Die Sorge am Markt, dass die USA in Zukunft Zölle auf Kupfer erheben könnten, veranlasst dazu, Kupfer vorzeitig in die USA zu liefern. Lagerbestände aus anderen Weltregionen werden in die US-Häfen verlagert. Das verlangsamte Wachstum beim Minenangebot, zusammen mit der Umlagerung der Bestände, erhöht die Anspannung am Spotmarkt zusätzlich.

Angebotsverknappung trifft auf Nachfrageerwartung: Weiteres Aufwärtspotenzial beim Kupferpreis

Das neue Allzeithoch beim Kupferpreis schlägt sich rasch in den Gewinnerwartungen der Bergbauunternehmen nieder. Das Management von Freeport-McMoRan hat berechnet, dass ein Anstieg des Kupferpreises um 10 Cent die jährliche EBITDA um etwa 390 Millionen US-Dollar erhöht. Sollte der Kupferpreis bei 5 US-Dollar pro Pfund liegen, wird für 2027 bis 2028 mit einem EBITDA von 13 Milliarden US-Dollar gerechnet; steigt der Preis auf 7 US-Dollar pro Pfund, könnte dieser Wert sogar auf 20 Milliarden steigen.

Auch auf der Nachfrageseite gibt es potenzielle Katalysatoren. Citigroup-Analyst Tom Mulqueen erwartet, dass der Kupferpreis bis zum Jahresende auf 15.000 US-Dollar pro Tonne steigen könnte. Sollten die Erholung der Industrie, die Energiewende, der Bau von Rechenzentren oder strategische Lagerhaltungsnachfrage die bisherigen Erwartungen übertreffen, wäre sogar ein weiterer Anstieg auf 17.000 US-Dollar möglich.

Folglich beruht die aktuelle Entwicklung des Kupferpreises nicht mehr nur auf kurzfristigen “Vorratskäufen”. Das verlangsamte oder sogar rückläufige Wachstum der Minenproduktion, zusammen mit der durch US-Zölle erwarteten Neuausrichtung der Lagerbestände und dem strukturellen Nachfragewachstum durch Rechenzentren und Energiewende, stärken gemeinsam die Erwartung eines angespannten Gleichgewichts am Kupfermarkt.

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