Oman verschiebt das für den 14. geplante Treffen mit Iran und anderen Ländern – USA warnen: Keine Durchbrüche in der Straße von Hormus zu erwarten
Die diplomatischen Bemühungen um die Schiffspassage durch die Straße von Hormus haben einen schweren Rückschlag erlitten, woraufhin die Energiemärkte sofort heftig reagierten.
Laut einem Bericht der Xinhua Agentur gab der omanische Außenminister Badr am 13. bekannt, dass die ursprünglich für den 14. in der südomanischen Stadt Salalah geplante Regionalkonferenz verschoben wurde, da weiterhin Konsens angestrebt werde. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums, Baghaei, sagte zuvor, Iran und Oman wollten bei dieser Konferenz den Golfstaaten die Ergebnisse ihrer Konsultationen zur Schifffahrtssicherheit in der Straße von Hormus vorstellen.
Gleichzeitig äußerte US-Energieminister Chris Wright in Wien deutliche Skepsis gegenüber dem Markt. Am Sonntag erklärte er: „Es wäre derzeit offensichtlich nicht klug, darauf zu hoffen, dass mit Iran eine beiderseitig akzeptierte Vereinbarung erzielt werden kann“, und warnte Ölhändler vor überzogenen Erwartungen an einen Durchbruch bei der Hormus-Thematik.
Die Nachricht von der Verschiebung des Treffens und die Schließung einer saudischen Ölpipeline führten dazu, dass die Brent- und WTI-Rohöl-Futures jeweils um mehr als 3 US-Dollar zulegten und die europäischen Gas-Futures um 3,8 % stiegen.

Saudi-Arabien legt Änderungsvorschlag vor, Uneinigkeit innerhalb des Golf-Kooperationsrates
Medienberichten zufolge postete ein Beamter eines Golfstaates auf X, dass Saudi-Arabien eine Änderung zu dem von Oman und Iran vorgelegten Vorschlag zur Straße von Hormus eingebracht habe. Saudi-Arabien befürchtet, dass die Formulierung des Vorschlags de facto einen neuen Status quo in der Straße von Hormus schaffen könnte, was für Saudi-Arabien oder andere Mitglieder des Golf-Kooperationsrates nicht akzeptabel wäre.
Diese Meinungsverschiedenheit offenbart den eigentlichen Grund für die Verschiebung der Konferenz. Obwohl zwischen Iran und Oman intensive Konsultationen stattfanden und auch hochrangige, seltene Gespräche zwischen Teheran und Abu Dhabi durchgeführt wurden, gelang es innerhalb der Golfstaaten bislang nicht, sich auf eine gemeinsame Formulierung des Abkommensrahmens zu verständigen. Der omanische Außenminister Badr erklärte, Oman werde weiterhin den Dialog fördern, um regionale Stabilität und dauerhafte Zusammenarbeit zu unterstützen.
US-Energieminister: Markt soll sich keinen Illusionen hingeben
Wright äußerte diese Einschätzung während der Jahrestagung der Internationalen Atomenergie-Organisation in Wien. Er betonte, dass der Markt angesichts möglicher Behinderungen in der Straße von Hormus weiterhin auf alternative Transportwege angewiesen sei; seinen Schätzungen zufolge können diese derzeit täglich noch 10 Millionen Barrel Rohöl und Ölprodukte transportieren.
Wright wies zudem darauf hin: „Das aktuelle Angebot auf dem Weltölmarkt ist angespannter, als wir es gerne hätten, aber nicht übermäßig angespannt.“ Außerdem äußerte er sich entschlossen zum Atomprogramm Irans und unterstrich, dass das Programm Teherans „so oder so“ beendet werde.
Energiemarkt reagiert prompt
Nach Bekanntwerden der Konferenzverschiebung zeigte der Energiemarkt eine schnelle Reaktion. Die Preise für Brent- und WTI-Rohöl-Futures stiegen jeweils um mehr als 3 US-Dollar, die europäischen Gas-Futures legten um 3,8 % zu, und die Schließung der saudischen Ölpipeline erhöhte den Druck auf die Marktlage zusätzlich.
Wrights Äußerungen haben die Erwartung des Marktes weiter verstärkt, dass eine Rückkehr zum Normalbetrieb in der Straße von Hormus kurzfristig unwahrscheinlich ist. Vor dem Hintergrund belasteter Alternativrouten und ungewisser diplomatischer Perspektiven dürfte die Sorge um eine angespannte Energieversorgung und damit ein Preisanstieg weiter anhalten.

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