Institutionen analysieren umfassend die geldpolitische Ausrichtung der Federal Reserve und prognostizieren eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr.
Forex-Nachrichten, 18. September—— Die Ökonomen Christopher Hodge und Selin Aker von der Natixis analysieren in ihrem Forschungsbericht, dass die aktuelle Zinserhöhung der Federal Reserve die politisch am wenigsten widerständige Option darstellt und nur begrenzte Auswirkungen auf die Inflationsbekämpfung hat – sie verschafft lediglich Beobachtungszeit. Das Dot-Plot signalisiert, dass die Mehrheit der Beamten eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr erwartet. Fed-Vorsitzender Warsh hat eine abweichende Einschätzung der politischen Lage im Vergleich zu einigen anderen Ausschussmitgliedern. Die Bank geht davon aus, dass die Federal Reserve weiterhin den Inflationsdaten besondere Aufmerksamkeit schenken wird und im Dezember oder Januar des Folgejahres eine erneute Zinserhöhung möglich ist.
Die Forschungsergebnisse der Natixis zeigen, dass die geldpolitische Ausrichtung der Federal Reserve möglicherweise noch restriktiver ist als die Signale, die zuletzt durch öffentliche Reden von Beamten vermittelt wurden. Die aktuelle Zinserhöhung bedeutet nicht das Ende dieser Zinserhöhungsrunde; bis Ende des Jahres besteht weiterhin Spielraum für erneute Erhöhungen. Die Ökonomen Christopher Hodge und Selin Aker liefern in ihrem jüngsten Bericht eine umfassende Analyse der neuesten Zinserhöhungsentscheidung des Federal Open Market Committee (FOMC), der damit verbundenen politischen Erklärung, der Dot-Plot sowie der Überlegungen zur aktuellen Politik und zukünftigen Zinsentwicklungen.
Die aktuelle Zinserhöhung ist die Option mit dem geringsten Widerstand, der tatsächliche Effekt auf die Inflationssenkung ist begrenzt
Christopher Hodge und Selin Aker stellen fest, dass das FOMC mit der ersten Zinserhöhung seit 2023 die politisch am wenigsten widerständige Option gewählt hat. Die beiden Ökonomen analysieren: Würden die Zinsen unverändert gelassen, könnte dies die Glaubwürdigkeit der Federal Reserve weiter untergraben; eine einmalige Erhöhung um 50 Basispunkte wäre zu stark und würde gleichzeitig den Handlungsspielraum für die nächsten Monate erheblich einschränken.
Sie erklären, dass die aktuelle Zinserhöhung das Inflationsproblem nicht grundlegend lösen kann, jedoch dem FOMC Zeit zum Beobachten verschafft, um zu beurteilen, ob die im August verzeichneten, über den Erwartungen liegenden Inflationsdaten nur eine kurzfristige Schwankung darstellen oder tiefere Risiken einer erneuten Inflation aufzeigen. Die Ökonomen weisen zudem darauf hin, dass eine einmalige Zinserhöhung zum Abschluss eines Zyklus selten vorkommt, und eine Fortsetzung der Erhöhungen während einer Rückgangsphase der Inflation stellt einen ungewöhnlichen Vorgang dar. Da es schwierig ist, dauerhaft positive Inflationsdaten zu erzielen, nehmen sie eine Zinserhöhung im Dezember als Basisszenario auf, schließen aber auch nicht aus, dass die aktuelle Erhöhung die letzte der Runde sein könnte. Die Entscheidungsträger gehen vermutlich davon aus, dass eine moderate Anpassung der Zinsen bereits ausreicht, um die Inflation zu senken; die kommenden Inflationsdaten werden zum zentralen Faktor für die Entscheidungen des FOMC.
Die politische Erklärung enthält sowohl bullishe als auch bearishe Signale – Dot-Plot zeigt Spielraum für weitere Zinserhöhungen im Jahresverlauf
In der aktuellen Erklärung der Federal Reserve findet sich eine Formulierung, dass „die aktuellen Maßnahmen dazu beitragen werden, dass die Inflation schneller zum Zielwert von 2% zurückkehrt“. Hodge und Aker betonen, dass diese Formulierung überwiegend dovish ist und zeigt, dass das FOMC die Wirksamkeit der Zinserhöhung anerkennt.
Bezüglich der Zusammenstellung von Wirtschaftsprognosen erklären die beiden Ökonomen: Diese zeigt, dass die meisten Mitglieder des FOMC eine weitere Zinserhöhung bis 2026 erwarten. Fed-Vorsitzender Kevin Warsh hat aufgrund seiner Ablehnung der Forward Guidance erneut keine persönliche Wirtschaftsprognose eingereicht.
Die Pressekonferenz des Vorsitzenden offenbart entscheidende Differenzen – großes Gefälle bei der Einschätzung zur Straffung der Politik
Bezüglich der Pressekonferenz von Fed-Vorsitzendem Kevin Warsh sind die Ökonomen der Meinung, dass diese keine herausragenden Inhalte bot und das knappe Format möglicherweise künftig zum Standard wird. Warsh erklärte, dass es schwierig sei, das gesamte Finanzumfeld als restriktiv zu beschreiben; die aktuelle Zinserhöhung bedeute nur eine Reduzierung eines gewissen Ausmaßes der Expansion.
Hodge und Aker sehen in der Aussage „Reduzierung des expansiven Ausmaßes“ den zentralen Punkt der Pressekonferenz. Diese Aussage legt nahe, dass Warsh die aktuellen Zinssätze immer noch als expansiv ansieht, während Direktor Waller von „mäßiger Restriktion“ spricht – die beiden Einschätzungen gehen klar auseinander. Die Ökonomen halten die Position von Waller für näher am mittleren Standpunkt des Komitees. Falls Warsh die Mehrheit der stimmberechtigten Mitglieder repräsentiert, könnten weitere Zinserhöhungen über der Markterwartung liegen.
Fazit
Die Natixis beurteilt, dass die Federal Reserve ihre zukünftige Politik weiterhin eng an den Wirtschaftsdaten ausrichten wird. Wie der vergangenen Freitag veröffentlichte Verbraucherpreisindex zeigt, sind die monatlichen Inflationsdaten starken Schwankungen unterworfen – eine Serie von durchweg positiven Inflationsdaten zu erzielen wird schwierig. Angesichts dieser Dynamik nehmen Christopher Hodge und Selin Aker eine weitere Zinserhöhung im Dezember oder Januar des Folgejahres in ihr Prognoseszenario auf. Innerhalb der Federal Reserve gibt es keine einheitliche Sicht auf den aktuellen Grad der Restriktion des geldpolitischen Umfelds; die Schwankungen bei den Inflationsdaten werden weiterhin bestimmen, ob die Federal Reserve in diesem Jahr nochmal den Zinserhöhungsbutton drücken wird.
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