Die geopolitische Entspannung senkt das Risiko steigender Ölpreise, mehrere makroökonomische Faktoren wirken zusammen, Gold entwickelt sich entgegen dem Trend stark.
Weitong-Netz, 18. September—— Alles sind ungünstige Faktoren, warum steigt der Goldpreis dennoch?
Am Freitag (18. September) während der asiatisch-europäischen Handelszeiten steigt der Spot-Goldpreis den zweiten Tag in Folge kontinuierlich und erreicht neue Wochenhochs, aktuell liegt er bei 4391 USD/Unze.
Diese Runde des Marktgeschehens ist besonders charakteristisch: Die Renditen der US-Staatsanleihen von 2 bis 30 Jahren steigen durchweg, der Dollarindex wird gleichzeitig stärker, aber Gold steigt entgegen dem Trend und durchbricht den traditionellen Framework der Zinspreisbildung.
Dahinter stehen mehrere Faktoren wie geopolitische Dynamiken im Nahen Osten, marginale Veränderungen der globalen Inflation, die Erholung der US-Staatsanleihenkurve, steigende Risikobereitschaft sowie politische Auseinandersetzungen als Resonanzeffekt.
Diplomatische Signale im Nahen Osten, abnehmendes Tail-Risiko für Ölpreissteigerungen
Die USA stimmen der Einreise des iranischen Führers nach New York zur Teilnahme an der UN-Generalversammlung zu; Irans Präsident plant am 23. bei der UN-Versammlung eine Rede zu halten.
Trump äußert einerseits, dass er bedeutende Entscheidungen zum Iran-Konflikt trifft und plant, während der UN-Generalversammlung mit den sechs Golfstaaten über weitere Konfliktlösungen zu beraten; zugleich gibt er das Signal, dass die USA mit Iran weiterhin direkt kommunizieren und Raum für Verhandlungen besteht.
Laut Marktinterpretation sinkt kurzfristig die Wahrscheinlichkeit für eine groß angelegte militärische Eskalation, das Tail-Risiko eines drastisch steigenden Ölpreises wird deutlich entschärft.
Das Kernthema, das bislang den Goldpreis unter Druck setzte, war die Sorge, dass ein Konflikt in der Straße von Hormus den Ölpreis steigen lässt und damit die globalen Zentralbanken zu längeren Straffungszyklen zwingt; die entspanntere Ölpreiserwartung beseitigt diesen entscheidenden negativen Faktor direkt.
Starker US-Dollar drückt Goldpreis nicht, Kaufkraft der Bullen bleibt robust
Japans Verbraucherpreisindex (VPI) für August bleibt hinter Erwartungen zurück und lässt den Dollarindex nach Veröffentlichung vorübergehend steigen.
Doch selbst der stärkere US-Dollar hat den Goldpreis nicht gedrückt, dieser steigt weiterhin kontinuierlich.
Dieses Phänomen zeigt, dass die aktuelle Investitionsbereitschaft der Gold-Bullen hoch ist und sie bereit sind, einen höheren US-Dollar-Kaufpreis zu akzeptieren; die Kaufkraft bleibt stark und widerstandsfähig.
Globale Inflation verliert an Dynamik, Bestätigung für einmalige Störung durch Ölpreisstöße
Das August-VPI Japans sowie die Anfang September veröffentlichten Inflationsdaten aus der Eurozone zeigen beide, dass der zweite Ableitung der Inflation synchron abnimmt und das Tempo des Preisauftriebs zurückgeht.
Diese Daten bestätigen, dass der jüngste Inflationsanstieg vor allem durch den Ölpreisanstieg als einmalige Angebotsstörung verursacht wurde und nicht durch eine Überhitzung der Inlandsnachfrage mit nachhaltiger endogener Inflation.
Selbst wenn die Energiepreiserhöhungen mit einbezogen werden, verlangsamt sich die Gesamtrate der Inflation in Japan weiterhin.
Die marginale Dynamik für steigende Inflation nimmt ab, die Sorgen über mittelfristig hohe Inflation kühlen ab, was den Goldpreis unterstützt.
Steilere US-Staatsanleihenkurve kommt dem Markt zugute, positive Effekte für langlaufende Assets
Die Renditen der US-Staatsanleihen von 2 bis 30 Jahren steigen gleichzeitig, doch die Steilheit der Zinskurve wird parallel weiter wiederhergestellt.
Eine steilere Kurvenumgebung mildert den Bewertungsdruck auf langlaufende Vermögenswerte, davon profitieren parallel Gold sowie Tech-Aktien mit hohen Bewertungen.
In Nicht-Extremfällen gleicht eine steilere Kurve die heutigen kollektiven Renditeanstiege der Staatsanleihen von 2 bis 30 Jahren aus.
Steigende Risikobereitschaft, gleichzeitiger Rebound von Aktien und Gold
Die globalen Kapitalmärkte reagieren mit einer kurzfristigen Rally, das allgemeine Risikoverhalten im Markt verbessert sich.
Gold dient in dieser Situation nicht mehr allein als Sicherheitsanlage, sondern steigt als Bestandteil der Asset-Allokation gemeinsam mit Risk-Assets, so dass eine gleichzeitige Rally von Aktien und Gold entsteht.
Politische Divergenzen zwischen Fed und Weißem Haus, zukünftige Lockerungsphantasie stabilisiert Assets
Die Federal Reserve zeigt bei der September-Sitzung einen hawkishen Kurs und hält laut Dot-Plot die Option für eine weitere Zinserhöhung innerhalb des Jahres offen;
Doch die Regierung im Weißen Haus bevorzugt es, übermäßige Straffungsmaßnahmen zu vermeiden, um die Wirtschaft nicht zu belasten.
Der Markt wettet darauf, dass das Weiße Haus künftig politisch intervenieren wird; die Erwartungen von zukünftiger Lockerung werden neu bewertet, was sowohl Gold als auch Wachstumstitel im Technologie-Sektor begünstigt.
Fazit und technische Analyse:
Leser, die die Entwicklung des Goldpreises artikelbegleitend verfolgt haben, sollten dies inzwischen gut nachvollziehen können; die Entwicklung des Goldpreises stimmt auch mit den bisherigen Analysen überein – selbst wenn man keine Goldposition hält, sondern Tech-Aktien, dürfte dieser Asset-Rebound nicht voreilig verkauft worden sein, denn die Logik ähnelt stark der des Goldes.
Der jüngste Anstieg des Goldpreises wurde nicht durch einen einzelnen Faktor verursacht, sondern ist das Resultat einer Kombination aus geopolitischer Entspannung und daraus geringeren Inflationsrisiken durch Ölpreis, schwächerer globaler Inflationsdynamik, Erholung der US-Staatsanleihenkurve, steigender Risikobereitschaft sowie kumulativer politischer Wechselwirkungen.
Weiterhin sollte die Entwicklung der Lage im Nahen Osten, die Inflationsdaten aus Europa und den USA sowie die Renditen am langen Ende der US-Staatspapiere eng weiterverfolgt werden, da diese Variablen bestimmen werden, ob die Goldpreiserholung anhalten kann.
Technisch: Der Spot-Goldpreis folgt aktuell fast exakt dem zuvor analysierten Verlauf und befindet sich derzeit an der unteren Begrenzung des Trendkanals; ob ein Ausbruch nach oben gelingt, hängt weiterhin von Ölpreis-bezogenen Ereignissen ab.
(Tageschart Spot-Gold, Quelle: Yihuitong)
Ost-Zeit 17:55, Spot-Gold aktuell bei 4391 USD/Unze.
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