Was wurde auf der NVIDIA GTC in Berlin gesagt? Hier ist die Zusammenfassung von Goldman Sachs
Die Goldman Sachs veröffentlichte nach dem Besuch der GTC-Präsentation von Jensen Huang einen Bericht mit Fokus auf drei Hauptpunkte: Die starke Expansion in mehreren Gliedern der Nvidia-Lieferkette deutet auf eine baldige, größere Auslieferung von GPUs hin; DSX POD verkürzt den Bereitstellungszyklus von Rechenzentren von mehreren Monaten auf zwei Wochen; die Umsätze mit Physical AI erreichten im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2027 bereits 11 Milliarden US-Dollar, was etwa 30 % mehr als im gesamten Geschäftsjahr 2026 ausmacht – der Trend zur Diversifikation der Einnahmen ist deutlich. Gleichzeitig wurde die OpenShell-Architektur zur Bewältigung von Unternehmenssicherheitsproblemen bei AI vorgestellt.
Am 21. Oktober hielt Nvidia-CEO Jensen Huang auf der GTC Berlin eine Keynote-Präsentation, worauf das Analystenteam von Goldman Sachs einen Bericht veröffentlichte.
In diesem Bericht wird festgestellt, dass die unmittelbaren Auswirkungen der Präsentation auf den Aktienkurs begrenzt sein dürften, das zentrale Signal von Nvidia jedoch "unsere Einschätzung bestätigt – die KI-Implementierung ist auf absehbare Zeit weiterhin auf Kurs."
Zu den Kernbotschaften der Veranstaltung zählen: Nvidia präsentiert das DSX POD – ein modulares Rechenzentrumskonzept, mit dem sich der Implementierungszyklus von mehreren Monaten auf zwei Wochen verkürzen lässt; Supply-Chain-Partner kündigen eine 2,5-fache Kapazitätsausweitung der Substrate sowie eine Verdreifachung der CoWoS-Packaging-Kapazität an; die physische KI erzielte im 1. Halbjahr des FY27 Umsätze von 11 Milliarden US-Dollar und übertrifft damit bereits das Gesamtjahr FY26; außerdem wurde die OpenShell-Architektur zur Bewältigung von Sicherheitsfragen im Enterprise-KI-Bereich vorgestellt.
Goldman Sachs behält die Kaufempfehlung für Nvidia bei und setzt das 12-Monats-Kursziel auf 300 USD – was im Vergleich zum aktuellen Kurs von 216,47 USD ein Aufwärtspotenzial von etwa 38,6% bedeutet. Gleichzeitig wird betont, dass Nvidia durch die Reduzierung des Supply-Demand-Gaps und starke Kapitalrückflüsse (bereits ca. 235 Milliarden USD genehmigt für Aktienrückkäufe) den Aktienkurs weiterhin positiv antreibt.
Kunden haben profitiert, KI-Implementierung bleibt dynamisch
Weiter heißt es, die Kunden von Nvidia – darunter Hyperscaler und sogenannte Neoclouds – „erzielen aus dem derzeitigen Rechenzentrums-Rollout solide ökonomische Ergebnisse pro Einheit“.
Anders ausgedrückt: Investitionen werden nicht nur getätigt, sondern auch wieder eingespielt – ein zentraler Grund, warum das KI-Capex weiterhin nachhaltig bleibt.
Goldman Sachs schlussfolgert daher, dass die KI-Implementierung "auf absehbare Zeit weiterhin auf Kurs" bleibt.
Massive Kapazitätsausweitung in der Lieferkette: Vorbereitung auf größere GPU-Auslieferungen
Nvidia kündigte auf der Messe gemeinsam mit mehreren Partnern die Expansion der Lieferkettenkapazitäten an, und zwar in mehreren Schlüsselbereichen:
Ibiden, SEMCO und Unimicron werden die Substrate-Kapazität um das 2,5-fache erhöhen;
Amkor wird die CoWoS-R-Packaging-Kapazität um das Dreifache erweitern;
KYEC baut die heimische US-Kapazität aus;
SPIL wird die CPO (Co-Packaged Optics)-Kapazität massiv vergrößern.
Die Analysten sehen darin ein tiefer gehendes Signal. Im Bericht heißt es: „Das deutet darauf hin, dass Nvidia sich auf eine Auslieferung von CPUs vorbereitet, die die bisherigen Erwartungen deutlich übertrifft.“ Mit anderen Worten: Das Ausmaß dieser Lieferketten-Offensive übersteigt das, was der Markt für den Rollout der nächsten Nvidia-Produktgeneration allgemein angenommen hatte.
DSX POD: Rechenzentrums-Deployment verkürzt sich auf zwei Wochen
Gemeinsam mit Partnern hat Nvidia das DSX POD-Referenzdesign präsentiert – ein Container-Modul, das ganze Vera Rubin-System-Racks aufnehmen kann, fertig ausgeliefert und vor Ort durch Einschalten sofort betriebsbereit.
Das Produkt soll Anfang 2027 erhältlich sein. Die Analysten betonen: Der Hauptnutzen von DSX POD liegt darin, den Deployment-Zyklus von Rechenzentren von „mehreren Monaten“ auf „zwei Wochen“ zu verkürzen und damit die Zeit vom Rollout bis zum ersten Token signifikant zu reduzieren.
Auch die Effizienzgewinne sind bemerkenswert. Nvidia stellt dar, dass die DSX Factory Platform den Betreibern (inklusive Neoclouds) bei Implementierungen im 2-GW-Bereich rund 30% Strom sparen und täglich 56 Millionen Liter Wasser einsparen konnte.
Sicherheitsfragen von KI-Agenten: Nvidia liefert eine Hardwarelösung
Mit der zügigen Ausbreitung von KI-Agenten in Unternehmen treten Sicherheitsprobleme immer stärker in den Vordergrund. Nvidia hat auf der Messe mehrere neue Software-Produkte präsentiert, darunter die OpenShell-Referenzarchitektur.
Die Analysten beschreiben, dass die Plattform „kritische Berechtigungen außerhalb des Agenten vergibt und durch Hardware-Trigger Policies zwingend umsetzt, sodass jede nicht gestattete Nutzung unterbunden wird“. Das bedeutet: Selbst wenn ein KI-Agent kompromittiert oder missbraucht wird, bleiben die Hardwarerestriktionen als finale Barriere bestehen.
OpenShell integriert Vera Rubin, Vera CPU und BlueField-4 DPU (inkl. Sentry-Modul) und schafft einen vollständigen Sicherheitskreislauf von Chip bis Software. Goldman Sachs sieht darin eine Stärkung des Burggrabens von Nvidia im Unternehmens-KI-Segment.
Physische KI: FY27-Umsatz bereits im ersten Halbjahr um 30% höher als im Vorjahr
Physische KI war ein weiteres Leitthema der Veranstaltung. Das Unternehmen kündigte diverse Initiativen an, um physische KI voranzutreiben – darunter das Hyperion-Referenzdesign für autonome Fahrzeuge und Robotaxis, das AGILE ONE-Design für humanoide Robotik sowie die KI-gestützte Telekominfrastruktur-Plattform.
Auf Zahlenbasis offenbart Nvidia: Im ersten Halbjahr FY27 lag der Umsatz im Bereich physische KI bei 11 Mrd. USD, gut 30% über dem FY26-Gesamtwert.
Die Analysten sehen darin einen starken Beleg für die Diversifizierung der Umsatzstruktur bei Nvidia. Neben dem Kerngeschäft Rechenzentrum wird physische KI zunehmend zur zweiten Wachstumssäule.
Goldman Sachs bleibt bei Buy, Kursziel 300 USD – fast 40% Potenzial
Goldman Sachs behält die Kaufempfehlung für Nvidia bei und bewertet das 12-Monats-Kursziel mit 300 USD, basierend auf einem Triple von 30x KGV und 10 USD normalisiertem EPS.
Die Prognosen zeigen: Goldman Sachs erwartet für FY27E (bis Januar 2027) Umsätze von 412,7 Mrd. USD und ein EPS von 9,40 USD; für FY28E steigen die Umsätze auf 718,3 Mrd. USD mit einem EPS von 16,70 USD. Der aktuelle Aktienkurs entspricht einem KGV von etwa 23 (FY27E) bzw. 13 (FY28E).
Als Haupt-Risiken nennen die Analysten: eine Verlangsamung der KI-Infrastruktur-Ausgaben, intensiveren Wettbewerb mit Verlust an Marktanteilen, Margen-Rückgang durch Wettbewerbsdruck und Einschränkungen in der Lieferkette.
Nvidia hat eine Marktkapitalisierung von aktuell rund 5,3 Billionen US-Dollar und ein genehmigtes Aktienrückkaufprogramm von etwa 235 Milliarden US-Dollar.
Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
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